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Forschung · Zellen & DNA

Riesenschildkröten-Genom gibt Einblicke in das lange Leben von Tieren

Redaktion LongevityWatch · 20. Oktober 2026 · 1 min · English

Das älteste bekannte Landtier mit gesichertem Alter ist eine Riesenschildkröte von 194 Jahren. Wissenschaftler haben nun ihr Genom sequenziert und mit dem jüngerer Artgenossen verglichen. Was sie dabei entdeckten, wirft ein neues Licht darauf, wie manche Tiere so außerordentlich alt werden können.

In Science Advances veröffentlichten Forschende ihre Analyse des Genoms von Jonathan, einer Aldabra-Riesenschildkröte. Die Studie verglich sein genetisches Material mit dem von vier weiteren Aldabra-Schildkröten im Alter zwischen 5 Jahren und fortgeschrittenem Erwachsenenalter. Was Jonathan auszeichnet: Er trägt einzigartige Genvarianten in den meisten alterungsbezogenen biologischen Signalwegen – verglichen mit anderen Riesenschildkröten.

Das Team untersuchte zudem das Methylierungsmuster in seinem Genom. DNA-Methylierung ist eine chemische Markierung auf der DNA, die die Aktivität von Genen ein- oder ausschalten kann. Jonathan zeigte deutliche Unterschiede zu den anderen Schildkröten: Die Bereiche mit den stabilsten, entropisch geringsten Methylierungsmustern konzentrierten sich auf Gene, die an der mitochondrialen Energieproduktion – also dem Prozess, durch den Zellen Energie gewinnen –, an der RNA-Verarbeitung und an der Genomreparatur beteiligt sind. Die Forschenden werten dies als Hinweis darauf, dass hohe Präzision in genau diesen Prozessen für langlebige Arten entscheidend sein könnte.

Vergleichende Biologie des Alterns

Diese Arbeit fügt sich in eine breitere Strategie: Durch die Untersuchung langlebiger Tiere wollen Wissenschaftler herausfinden, welche Alterungsmechanismen am bedeutsamsten sind. Frühere Studien verfolgten diesen Ansatz bei nackten Maulwurfsratten, Grönlandwalen und Quallen. Riesenschildkröten liefern nun einen weiteren Datenpunkt – mit einem besonderen Fokus auf epigenetischer Stabilität, also der Beständigkeit chemischer Markierungen auf der DNA, als möglichem Erklärungsfaktor.

Was sagt die Evidenz dazu?
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