Sport verlangsamt die biologische Alterung der Eierstöcke
Körperlich aktivere Frauen kommen später in die Wechseljahre. Eine Studie mit mehr als 150.000 Teilnehmerinnen legt nahe, dass das Protein Adiponektin dabei eine Schlüsselrolle spielt.
Körperliche Aktivität verlangsamt die biologische Alterung der Eierstöcke. Die Studie, veröffentlicht in Nature Aging, kombinierte groß angelegte Daten von über 150.000 Frauen mit Mausversuchen. Bei Mäusen, die sich regelmäßig bewegten, alterte das Eierstockgewebe merklich langsamer als bei Tieren ohne körperliche Aktivität.
Adiponektin, ein Protein, das während körperlicher Aktivität vom Fettgewebe ausgeschüttet wird, scheint dabei ein zentrales Bindeglied zu sein. Bei Mäusen, denen das Gen für Adiponektin fehlte, blieb der schützende Effekt des Sports weitgehend aus. Das weist Adiponektin als molekulares Verbindungsglied zwischen Bewegung und der Gesundheit der Eierstöcke aus, auch wenn der genaue Wirkmechanismus beim Menschen noch zu bestätigen ist.
Warum die Alterung der Eierstöcke für ein langes Leben relevant ist
Die Eierstöcke altern schneller als die meisten anderen Organe. Anzahl und Qualität der Eizellen nehmen ab etwa dem 30. Lebensjahr kontinuierlich ab. Dieser Prozess des Follikelschwunds bestimmt maßgeblich, wann die Wechseljahre einsetzen. Ein früher Beginn der Menopause wurde in anderen Studien mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Knochenschwund (Osteoporose) im späteren Leben in Verbindung gebracht.
Ob ein durch Sport verzögerter Eintritt der Wechseljahre auch diese Folgerisiken verringert, wurde hier nicht direkt untersucht. Der Zusammenhang zwischen höherer körperlicher Aktivität und einem späteren Beginn der Menopause zeigt sich konsistent über die große Teilnehmerinnengruppe, doch ein ursächlicher Zusammenhang beim Menschen ist nicht belegt. Die Forschenden benennen Adiponektin als mögliches therapeutisches Angriffsziel, doch vom Mechanismus zur klinischen Anwendung ist es ein weiter Weg.
Bewegung als Stellschraube für die reproduktive Lebensdauer
Aus Sicht der Langlebigkeitsforschung ist der Befund bemerkenswert, weil die Eierstöcke für den weiblichen Organismus faktisch als biologische Uhr fungieren. Wenn körperliche Aktivität diese Uhr tatsächlich verlangsamt, teilweise über das Adiponektin-Signal, könnte Sport die reproduktive Gesundheit langfristig begünstigen, und nicht nur Herz, Kreislauf und Muskeln.
Wie viel Bewegung dafür nötig ist und welche Art am wirksamsten wäre, lässt die Studie offen. Sie unterscheidet weder nach Trainingsintensität noch nach Sportart.
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