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Forschung · Muskeln & Bewegung

Trainierte Muskeln altern auf molekularer Ebene anders

Redaktion LongevityWatch · 22. Juli 2026 · 2 min · English

Älter werden bedeutet, Muskelmasse zu verlieren. Doch wie viel davon wirklich unvermeidlich ist und wie viel durch Bewegungsmangel verursacht wird, war lange unklar. Eine neue Studie zeigt, dass strukturiertes Training einen erheblichen Teil der molekularen Kennzeichen des MuskelAlterns auslöscht.

Forschende der Amsterdam UMC und der Maastricht University verglichen Muskelgewebe aus vier Gruppen: junge Erwachsene, normal aktive ältere Erwachsene, trainierte ältere Erwachsene sowie körperlich eingeschränkte ältere Erwachsene. Entscheidend war das Studiendesign: Die jungen und die normal aktiven älteren Teilnehmenden absolvierten im Durchschnitt eine ähnliche Anzahl täglicher Schritte. Dadurch konnte das Team trennen, was das Altern selbst bewirkt, von dem, was Inaktivität verursacht.

Die Studie, veröffentlicht in Nature Aging, maß Genexpression, Metaboliten und Fettgehalt in Muskelbiopsien. Bei älteren, untrainierten Teilnehmenden waren Gene, die an der Mitochondrienfunktion (dem zellulären Energieerzeugungssystem) beteiligt sind, deutlich weniger aktiv. Auch NAD+, ein für den Energiestoffwechsel und die Zellreparatur unverzichtbares Molekül, war reduziert. Bei trainierten älteren Erwachsenen fehlten mehr als die Hälfte dieser altersbedingten Veränderungen in der Genaktivität.

Training versus Aktivsein: ein entscheidender Unterschied

„Trainiert" bedeutete in diesem Zusammenhang mindestens drei geplante einstündige Trainingseinheiten pro Woche über mehr als ein Jahr hinweg. Personen, die generell aktiv waren, aber nicht auf diese Weise trainierten, wiesen trotzdem deutliche Anzeichen molekularen MuskelAlterns auf, obwohl sie ähnlich viele Schritte zurücklegten wie die jungen Teilnehmenden.

Das ist ein bemerkenswerter Befund. Er legt nahe, dass Intensität und Regelmäßigkeit des Trainings entscheidend sind, nicht nur die Gesamtbewegung. Allerdings ist die Studie mit insgesamt 47 Teilnehmenden klein. Die Ergebnisse sind vielversprechend, müssen aber in größeren Kohorten bestätigt werden.

Was das für ein längeres gesundes Leben bedeutet

Der altersbedingte Muskelschwund, bekannt als Sarkopenie, erhöht das Risiko von Stürzen, Behinderungen und vorzeitigem Tod. Wenn strukturiertes Training das molekulare Altern der Muskulatur wesentlich verlangsamen kann, ist das ein starkes Argument für präventives Training, das über allgemeine Bewegungsempfehlungen hinausgeht. Die Studie liefert eine molekulare Grundlage für etwas, das klinisch bereits vermutet wurde: Wer ernsthaft trainiert, behält jüngere Muskeln.

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