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Forschung · Zellen & DNA

ABT-263 beschleunigt die Wundheilung bei alternder Haut

Redaktion LongevityWatch · 21. Mai 2026 · 2 min · English

Alternde Haut heilt langsamer -- das ist seit Langem bekannt. Ein neues Experiment zeigt jedoch, dass das Beseitigen geschädigter Zellen den Prozess erheblich beschleunigen kann.

Forschende haben ABT-263 getestet, eine Substanz, die gezielt Zellen eliminiert, die sich nicht mehr teilen -- sogenannte seneszente Zellen. Diese Zellen häufen sich mit zunehmendem Alter an und behindern aktiv die Gewebereparatur. Bei älteren Mäusen wurden Wunden mit ABT-263 behandelt, das direkt als Creme auf die Haut aufgetragen wurde. Das Ergebnis: Die Wunden heilten deutlich schneller als bei unbehandelten Tieren.

Die Studie zeigt außerdem, dass ABT-263 Gene aktiviert, die an der Kollagenproduktion und der Gewebereparatur beteiligt sind. Das deutet darauf hin, dass die Substanz nicht nur unerwünschte Zellen beseitigt, sondern den Heilungsprozess möglicherweise auch aktiv in Gang setzt.

Seneszente Zellen als Bremse der Erholung

Seneszente Zellen sind keineswegs bloß inerte Überreste. Sie scheiden Stoffe aus, die umliegende Zellen beeinflussen und Entzündungsreaktionen am Schwelen halten. Je mehr seneszente Zellen vorhanden sind, desto weniger Raum bleibt für neue, gesunde Zellen zum Wachsen. In alternder Haut zeigt sich dieser Effekt deutlich in Form einer verlangsamten Wundheilung.

ABT-263 gehört zu einer Klasse von Substanzen, die als Senolytika bezeichnet werden und seneszente Zellen gezielt angreifen. Frühere Forschungsarbeiten testeten diese Substanzen vor allem durch Injektion oder orale Verabreichung. Der neue Ansatz -- die Substanz über eine Creme zu verabreichen -- ist bemerkenswert, weil er lokal wirkt und das Risiko systemischer Nebenwirkungen begrenzt.

Von der Maus zum Menschen: noch ein weiter Weg

Die Ergebnisse sind vielversprechend, doch die Forschung wurde an Mäusen durchgeführt. Diese Befunde auf den Menschen zu übertragen ist alles andere als einfach. Menschliche Haut unterscheidet sich von Mäusehaut erheblich in Dicke, Zellzusammensetzung und den Mechanismen der Wundheilung. Hinzu kommt, dass ABT-263 ursprünglich als Krebsmedikament entwickelt wurde und dafür bekannt ist, in höheren Dosen Nebenwirkungen zu verursachen.

Dennoch weist die Studie in eine interessante Richtung. Wenn Senolytika lokal angewendet werden können, ohne systemische Effekte auszulösen, eröffnet das die Möglichkeit neuer Behandlungsansätze für Menschen, die mit langsamer Wundheilung zu kämpfen haben -- etwa ältere Erwachsene oder Patientinnen und Patienten mit Diabetes.

Was sagt die Evidenz dazu?
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