Alternde Haut schwächt Knochen durch ein sezerniertes Protein
Knochen werden mit zunehmendem Alter schwächer. Das ist bekannt. Neu ist jedoch, dass die Haut an diesem Prozess aktiv beteiligt ist. Forschende haben herausgefunden, dass alternde Haut ein Protein freisetzt, das den Knochenabbau vorantreibt.
Der Körper ist keine Ansammlung unabhängiger Organe. Sie kommunizieren miteinander über Botenstoffe, die in die Blutbahn abgegeben werden. Die Haut, das größte Organ des Körpers, tut dies ebenfalls. Mit zunehmendem Alter verändern sich die Substanzen, die sie produziert. Eine davon wirkt sich, wie sich herausstellt, direkt auf das Knochengewebe aus.
Cystatin-A: ein Protein, das Knochen schadet
In der Studie, die als Autorenkorrektur in Nature Aging veröffentlicht wurde, steht das Protein Cystatin-A im Mittelpunkt. Dieses Protein wird von alternden Hautzellen sezerniert und gelangt in den Blutkreislauf. Dort beeinflusst es die Zellen, die Knochengewebe abbauen (Osteoklasten) und aufbauen (Osteoblasten), was per Saldo zu Knochenschwund führt. Cystatin-A ist normalerweise an der Regulierung von Enzymen beteiligt, die Proteine abbauen, doch seine Produktion scheint im Alter aus dem Gleichgewicht zu geraten.
Der Befund fügt sich in eine umfassendere Erkenntnis der Alternsforschung ein: Altern ist ein systemischer Prozess. Kein einzelnes Organ altert isoliert. Faktoren, die von einem Gewebe sezerniert werden, können das Altern in anderen Teilen des Körpers beschleunigen. Dies wird mitunter als organübergreifende Alterssignalisierung beschrieben.
Welche Konsequenzen ergeben sich daraus?
Wenn Cystatin-A den Knochenabbau tatsächlich über den Blutkreislauf fördert, eröffnet das die Möglichkeit, dieses Protein gezielt zu behandeln, um altersbedingtem Knochenschwund (Osteoporose) vorzubeugen oder ihn zu therapieren. Allerdings handelt es sich bei diesem Artikel um eine Autorenkorrektur, was bedeutet, dass die zentralen Befunde bereits früher veröffentlicht wurden. Der wissenschaftliche Stand der Ergebnisse sollte mit diesem Vorbehalt gelesen werden.
Dennoch verdeutlicht die Forschung ein wichtiges Prinzip: Therapien, die auf die Haut abzielen, können unerwartete Auswirkungen auf die Knochen haben und umgekehrt. Die Haut als Quelle von Alterssignalen ist ein vergleichsweise junges Forschungsgebiet mit wachsender Bedeutung.
Selbst recherchieren?
Suche zum Beispiel nach:
- cystatin-A bone resorption aging
- inter-organ aging signaling
- osteoporosis skin aging mechanism