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Warum werden Knochen nach den Wechseljahren brüchiger, und was lässt sich dagegen tun?

Ja · Starke Evidenz

Knochenschwund nach den Wechseljahren ist gut erklärbar und teilweise vermeidbar: Östrogenmangel ist der Kern des Problems, aber eine gute Ernährung, Bewegung, Hormontherapie und bei Bedarf Knochenmedikamente bieten nachgewiesenen Schutz. Welcher Ansatz am besten zu dir passt, besprichst du am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Nach den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel stark ab, und das ist der Hauptgrund für den zunehmenden Knochenschwund. Östrogen bremst normalerweise den Knochenabbau. Fällt diese Bremse weg, überwiegt der Abbau gegenüber dem Aufbau. Der Verlust ist am stärksten in den rund drei Jahren um die letzte Menstruation, und dabei verschlechtert sich auch die innere Knochenstruktur, nicht nur die Dichte. Zusätzliche Risikofaktoren wie Rauchen, Untergewicht, übermäßiger Alkoholkonsum, höheres Alter sowie bestimmte Erkrankungen oder Medikamente verstärken diesen Effekt.

Die Grundlage für jede Frau nach den Wechseljahren bilden Ernährung und Bewegung: ausreichend Kalzium, Vitamin D und Eiweiß in der täglichen Kost, regelmäßige knochenbelastende Aktivitäten wie Gehen oder Krafttraining, kein Rauchen und maßvoller Alkoholkonsum. Das ersetzt keine Medikamente, wenn diese nötig sind, bildet aber das Fundament, auf dem alles andere aufbaut.

Hormontherapie, also Östrogen, gegebenenfalls kombiniert mit Gestagen, ist das einzige knochenschützende Mittel, dessen Wirksamkeit unabhängig vom Ausgangsrisiko nachgewiesen ist. Es senkt das Knochenbruchrisiko an allen Körperstellen um 20 bis 40 %. Das Verhältnis von Nutzen zu Risiken hängt stark vom Hormontyp, der Dosis, der Darreichungsform und der persönlichen Situation ab. Frühere Sicherheitsbedenken haben sich im Nachhinein als differenzierter erwiesen, als zunächst angenommen. Besprich das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, denn es gibt keine Einheitslösung.

Wenn bereits Osteoporose besteht oder das Bruchrisiko deutlich erhöht ist, stehen mehrere zugelassene Medikamente zur Verfügung. Bisphosphonate und Denosumab hemmen den Knochenabbau. Teriparatid, Abaloparatid und Romosozumab regen stattdessen den Knochenaufbau an und sind für schwerere Fälle gedacht. Deine Ärztin oder dein Arzt entscheidet anhand deines Risikoprofils, welches Mittel am besten geeignet ist.

Auch zu Nahrungsergänzungsmitteln gibt es Studiendaten, bisher allerdings nur aus je einer kleinen Untersuchung. Resveratrol (75 mg zweimal täglich über 12 Monate) verbesserte in einer randomisierten Studie die Knochendichte in Wirbelsäule und Hüfte leicht und verringerte den Knochenabbau, besonders bei Frauen, die zusätzlich Kalzium und Vitamin D einnahmen. Ein Shilajit-Extrakt hemmte in einer weiteren kleinen Studie mit 60 Frauen den Knochenverlust bei leichter Osteopenie dosisabhängig. Diese Befunde sind interessant, reichen aber nicht aus, um eine Empfehlung neben den bewährten Maßnahmen auszusprechen.

Die Belege
8 Studien

Alle Aussagen beruhen auf mitgelieferten Abstracts mit PMID-Nummern. Die Aussagen zu Östrogenmangel, Hormontherapie und medikamentöser Behandlung sind durch mehrere Reviews und randomisierte kontrollierte Studien gut belegt. Die Befunde zu Resveratrol und Shilajit basieren jeweils auf einer einzigen kleinen randomisierten kontrollierten Studie und sind daher als vorläufig eingestuft.

Zuletzt geprüft: August 2026 · wie das beurteilt wurde
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