Altersflecken sind voller seneszenter Hautzellen
Die dunklen Flecken auf alternder Haut sind mehr als ein kosmetisches Problem. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Altersflecken deutlich mehr seneszente Zellen enthalten als die umliegende Haut – und dass sich diese Zellen anders verhalten.
Altersflecken, medizinisch als Senile Lentigo bezeichnet, entstehen durch jahrelange UV-Exposition. Sie erscheinen dunkler, weil sie mehr Pigmentzellen enthalten. Doch die Studie, erschienen im Journal of Investigative Dermatology, zeigt, dass diese Flecken auch eine erhöhte Zahl seneszenter Zellen beherbergen – Keratinozyten und Melanozyten, die ihre Teilung eingestellt haben, aber nicht abgestorben sind.
Seneszente Zellen haben ihre Teilung zwar unterbrochen, sind aber weiterhin metabolisch aktiv. Sie schütten ein Gemisch entzündlicher Signalmoleküle aus, das zusammenfassend als SASP (senescence-associated secretory phenotype) bezeichnet wird. In der Haut wurden bislang sowohl Fibroblasten als auch Keratinozyten mit der Hautalterung in Verbindung gebracht – doch gehört diese Untersuchung zu den ersten, die seneszente Zellen gezielt innerhalb von Altersflecken kartiert.
UV-Schäden als Auslöser
Die Forschenden entnahmen Hautbiopsien von neun Teilnehmenden koreanischer Herkunft, jeweils aus fleckiger und angrenzender normaler Haut. Mithilfe etablierter Marker für seneszente Zellen, darunter p16INK4A und Lamin B1, bestätigten sie, dass Altersflecken deutlich mehr seneszente Zellen enthielten. Dies stimmt mit früheren Befunden zur aktinischen Keratose überein, einer präkanzerösen Hauterkrankung mit ähnlichen Akkumulationsmustern.
Was das für die Hautbehandlung bedeutet
Wenn seneszente Zellen aktiv zur veränderten Struktur und Pigmentierung von Altersflecken beitragen, könnten Behandlungen, die auf die Beseitigung dieser Zellen abzielen – sogenannte Senolytika – einen vielversprechenden Ansatz gegen Hautalterung darstellen. Bisherige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass solche Behandlungen die Hautfunktion beeinflussen können, doch veröffentlichte Humandaten sind nach wie vor überraschend rar. Die Forschenden weisen zudem darauf hin, dass noch unklar ist, welche spezifischen Zelltypen für das Pigmentierungsmuster selbst verantwortlich sind.
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