Biologische Altersuhren für Männer und Frauen ticken grundverschieden
Männer und Frauen altern nicht auf dieselbe Weise. Eine neue Studie hat separate biologische Altersuhren für jedes Geschlecht entwickelt und dabei auffällige Unterschiede im Tempo und Muster des Alterns gefunden.
Grundlage der Forschung war ein umfangreiches menschliches Alterungs-Phänomen: eine Sammlung von Tausenden von Messungen körperlicher Funktionen und Substanzen, die über längere Zeit verfolgt wurden. Auf dieser Datenbasis entwickelten die Forschenden getrennte Uhren für Männer und Frauen. Die Studie erschien in Nature Aging. Das Prinzip hinter solchen Uhren: Das biologische Alter, also wie gut der Körper tatsächlich funktioniert, kann vom Geburtsdatum erheblich abweichen.
Stoffwechsel und Tumormarker als Signale des Alterns
Die Altersuhren identifizierten systemische Stoffwechselsignale und zirkulierende Tumormarker, d.h. Substanzen im Blut, deren Werte bei Krebs ansteigen können, als besonders aussagekräftige Merkmale des biologischen Alterns. Das bedeutet nicht, dass erhöhte Werte zwingend auf Krebs hinweisen; offenbar beeinflussen sie aber, wie schnell jemand biologisch altert.
Die Studie kartierte zudem sogenannte Alterungsübergänge: Phasen, in denen sich Tempo oder Muster des Alterns zwischen Männern und Frauen deutlich unterscheiden. Es handelt sich dabei nicht um abrupte Wendepunkte, sondern um schrittweise Verschiebungen, die je nach Geschlecht unterschiedlich verlaufen. Die Forschenden betonen, dass diese Unterschiede bei der Entwicklung und Erprobung von Maßnahmen gegen das Altern berücksichtigt werden müssen.
Warum die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zählen
Ein Großteil der bisherigen Alterungsforschung fasst Männer und Frauen in einem gemeinsamen Modell zusammen und verdeckt damit geschlechtsspezifische Muster. Separate Uhren machen sichtbar, was sonst verborgen bliebe. Frauen leben im Schnitt länger als Männer, verbringen aber einen größeren Teil dieser gewonnenen Jahre mit chronischen Erkrankungen. Dieses scheinbar widersprüchliche Muster lässt sich nach Ansicht der Forschenden möglicherweise durch die Unterschiede erklären, die diese Uhren aufdecken.
Die Studie ist beobachtender Natur. Die Uhren beschreiben Alterungsmuster, geben aber noch keine Antwort darauf, welche Maßnahmen für Männer oder Frauen jeweils am wirksamsten sind. Das bleibt ein nächster Schritt.
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