Thymus-Hormon bremst Entzündungsalterung bei Krebs
Der Thymus schrumpft nach dem zwanzigsten Lebensjahr und verliert allmählich seine Funktion. Doch ein Hormon, das er produziert – Thymulin – bleibt auch im höheren Alter aktiv. Und es scheint in der Lage zu sein, chronische Entzündungen bei älteren Krebsmäusen zu reduzieren.
Chronische Niedriggradige Entzündung (Inflammaging) fördert das Tumorwachstum und mindert die Wirksamkeit von Krebstherapien. Forschende suchten nach zirkulierenden Faktoren, die diese Entzündung dämpfen könnten, und wurden beim Thymulin fündig – einem Hormon der Thymusdrüse. Die Studie, veröffentlicht in Aging, zeigt, dass Thymulin Entzündungen in Mausmodellen reduziert und Krebstherapien wirksamer macht.
Altes Blut neu justieren
Die Forschenden verbanden den Blutkreislauf junger und alter Mäuse miteinander (Parabiose). Bei alten tumortragenden Mäusen gingen entzündungsfördernde Zellen im Blut daraufhin stark zurück. Das verbesserte ihre Überlebenschancen und verlangsamte das Tumorwachstum. In denselben Experimenten litten jedoch die jungen Mäuse: Ihr Tumorwachstum beschleunigte sich. Dies veranschaulicht sowohl die Wirkungskraft als auch die Zweischneidigkeit zirkulierender Faktoren. Thymulin wurde als einer der Faktoren identifiziert, der im alten Blut fehlt und der Entzündungen bei gezielter Gabe reduzieren kann.
Beim Menschen noch nicht belegt
Die Befunde beschränken sich bislang auf Mausmodelle und Zellexperimente. Ob Thymulin beim Menschen vergleichbare Wirkungen entfaltet, ist noch ungeklärt. Die Thymus-Involution – das schrittweise Schrumpfen des Thymus mit zunehmendem Alter – vermindert die Thymulin-Produktion. Die Wiederherstellung dieser Produktion ist daher ein potenziell interessantes Ziel für künftige Forschung. Ob eine Thymulin-Supplementierung beim Menschen sicher und wirksam ist, muss in klinischen Studien erst noch nachgewiesen werden.
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