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Forschung · Zellen & DNA

Blut-Stammzellen altern – ihre Nachfolger jedoch nicht

Redaktion LongevityWatch · 3. Juli 2026 · 1 min · English

Blut-Stammzellen werden mit dem Alter unzuverlässiger. Doch eine Schicht intermediärer Zellen scheint diesen Rückgang auszugleichen und altert kaum.

Das Knochenmark beherbergt Stammzellen, die für die Produktion aller Blutzellen zuständig sind: rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen. Mit zunehmendem Alter verlieren hämatopoetische Stammzellen (HSCs) ihre Regenerationsfähigkeit – ein Prozess, der im späteren Leben zu einem geschwächten Immunsystem und einem erhöhten Thromboserisiko beiträgt. Die Forschenden stellten nun jedoch fest, dass nicht jede Ebene dieses Systems gleich schnell altert.

Zwischen den Stammzellen und den vollständig spezialisierten Blutzellen liegt eine Gruppe intermediärer Zellen, die sogenannten multipotenten Vorläuferzellen (MPPs). Die in Stem Cell Reports veröffentlichte Studie zeigte, dass junge und alte MPPs nahezu identische Leistungen erbringen. Sie verfügten über die gleiche Fähigkeit zur Blutzellerneuerung, eine vergleichbare Genaktivität, ähnliche Zellteilungsraten und eine gleichwertige mitochondriale Kapazität – also die Leistungsfähigkeit der zellulären Energiekraftwerke.

Ein Puffer im Knochenmark

Die Forschenden schlagen vor, dass diese Vorläuferzellen als Puffer wirken. Selbst wenn die Stammzellen an der Spitze der Hierarchie nachlassen, könnten MPPs die Blutproduktion aufrechterhalten. Das könnte erklären, warum die Blutbildung bei älteren Menschen deutlich intakter bleibt, als der alleinige Rückgang der Stammzellen erwarten ließe.

Konsequenzen für die Therapie

Welche klinischen Schlussfolgerungen sich daraus ziehen lassen, ist noch offen. Bisherige Behandlungsansätze im Bereich des Blut- und Immunsystems haben Stammzellen als zentralen Faktor in den Mittelpunkt gestellt. Sollten MPPs jedoch eine wesentliche Kompensationsfunktion übernehmen, müssten Therapien künftig auch diese intermediäre Schicht berücksichtigen. Die Forschenden beschreiben drei mögliche Mechanismen, durch die MPPs die Integrität des Blutsystems aufrechterhalten, weisen aber darauf hin, dass weitere Untersuchungen zur Bestätigung erforderlich sind. Für die Longevity-Forschung stellt sich damit eine entscheidende Frage: Auf welcher Ebene lässt sich therapeutisch am wirkungsvollsten ansetzen?

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