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BPC-157 ist bei Biohackern beliebt – doch die Datenlage ist dünn

Redaktion LongevityWatch · 2. Juni 2026 · 2 min · English

Ein in der Biohacking-Szene gefeiertes Peptid kann auf fünfzig Jahre Forschung verweisen. Fast alles davon stammt von einem einzigen Wissenschaftler in einem einzigen Labor. Das ist eine ungewöhnliche Situation – und sie ist folgenreicher, als den meisten bewusst ist.

BPC-157 ist eine kurze Aminosäurenkette, also ein Peptid, das angeblich von einem Protein aus dem Magensaft abgeleitet wird. In Biohacking-Kreisen kursiert es als Mittel gegen Gelenkschmerzen, Verdauungsprobleme und zur Gewebereparatur. Das Interesse daran ist beträchtlich. Doch Recherchen von STAT News, veröffentlicht gemeinsam mit Undark und unterstützt vom Pulitzer Center, fördern eine unbequeme Wahrheit zutage: Fast die gesamte publizierte Forschung zu BPC-157 stammt aus einem einzigen Labor in Zagreb, geleitet von einem einzigen Wissenschaftler – Predrag Sikiric, der seit über fünfzig Jahren daran arbeitet.

Das ist kein Beweis dafür, dass die Substanz nicht wirkt. Aber es macht eine unabhängige Überprüfung nahezu unmöglich. In der Wissenschaft gilt die Replikation durch verschiedene Gruppen, in verschiedenen Ländern, mit verschiedenen Methoden, als grundlegende Voraussetzung für Glaubwürdigkeit. Für BPC-157 fehlt genau diese Replikation weitgehend. Die vorhandenen Studien wurden fast ausschließlich an Tieren durchgeführt, überwiegend an Ratten. Klinische Studien am Menschen sind rar.

Ein regulatorischer Brennpunkt

Die Popularität von BPC-157 hat auch regulatorische Reibung erzeugt. Die FDA versucht, ihre Zuständigkeit über Peptide geltend zu machen, die trotz pharmakologischer Wirksamkeit als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. BPC-157 steht dabei im Mittelpunkt. Befürworter, darunter Personen aus dem Umfeld der Make America Healthy Again-Bewegung, rahmen die Regulierung als Eingriff in die persönliche Entscheidungsfreiheit. Kritiker verweisen auf das Fehlen von Sicherheitsdaten beim Menschen.

Was die Evidenz tatsächlich zeigt

Die ehrliche Zusammenfassung lautet: Gesichert ist wenig. Vorliegende Tierstudien legen Effekte auf die Gewebereparatur und die Darmgesundheit nahe. Der Wirkmechanismus ist nicht gut verstanden. Ob sich diese Effekte auf den Menschen übertragen lassen, in welcher Dosierung und ohne schädliche Nebenwirkungen, ist nicht geklärt. BPC-157 ist in diesem Sinne ein lehrreiches Fallbeispiel für eine grundlegende Spannung im Longevity-Bereich: die Kluft zwischen der populären Verbreitung von Nahrungsergänzungsmitteln und der wissenschaftlichen Evidenzbasis, die sie rechtfertigen würde.

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Was sagt die Evidenz dazu?
Was machen Peptide wie BPC-157, und sind sie sicher?
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