Knochenmittel verlängert das Leben von Mäusen mit beschleunigtem Altern
Ein Wirkstoff, der bereits gegen Knochenschwund eingesetzt wird, verlängert bei Mäusen mit beschleunigtem Altern die Lebensspanne und verbessert die Muskelkraft. Seine Wirkung reicht weit über den Knochen hinaus.
RANKL ist ein Protein, das eine zentrale Rolle beim Knochenabbau spielt. Es steuert die Aktivität der Osteoklasten (Zellen, die Knochengewebe abbauen) über den Rezeptor RANK. Bei gesunder Knochenerneuerung halten sich Osteoklasten und Osteoblasten (Zellen, die Knochen aufbauen) die Waage. Mit dem Altern verschiebt sich dieses Gleichgewicht in Richtung Abbau, was zu Osteoporose führt. Wirkstoffe, die RANKL hemmen, werden bereits eingesetzt, um diesen Prozess zu verlangsamen.
Die Forschenden arbeiteten mit Mäusen, die am Hutchinson-Gilford-Progerie-Syndrom leiden, einer seltenen Erkrankung, bei der Betroffene von früh an Zeichen zeigen, die beschleunigtem Altern ähneln. Bei diesen Mäusen wurde RANKL auf zwei Wegen unterdrückt: durch eine genetische Veränderung in knochenbildenden Zellen sowie durch einen neutralisierenden Antikörper, der RANKL blockiert. Beide Ansätze führten zu besserer Knochenqualität, weniger Schäden im Muskelgewebe und einer längeren Lebensspanne.
Auch die Muskeln profitieren
Auffällig war zudem, dass die Mäuse eine stärkere Griffkraft und mehr Ausdauer zeigten. Das deutet darauf hin, dass RANKL das Muskel-Altern unabhängig von seiner Wirkung auf den Knochen beeinflusst. Das passt zu früheren Studien, die RANKL eine breitere Rolle im Alterungsprozess zuschreiben als bloß die Regulation von Knochengewebe.
Ob diese Befunde auf normal alternde Mäuse oder auf Menschen übertragbar sind, wurde bislang nicht untersucht. Progerie-Mäuse altern schneller als gesunde Tiere, was das Modell zwar nützlich macht, aber auch seine direkte Übertragbarkeit einschränkt. Die Autoren empfehlen daher ausdrücklich Folgestudien in klassischen Alterungsmodellen.
Verbindung zu bestehenden Therapien
Aus Sicht der Langlebigkeitsforschung ist bemerkenswert, dass die Hemmung von RANKL mit bereits beim Menschen eingesetzten Wirkstoffklassen zusammenhängt, darunter Bisphosphonate, Mittel die den Knochenabbau auf anderem Weg bremsen. Frühere Untersuchungen am Menschen haben Bisphosphonat-Einnahme mit längerer Überlebensdauer in Verbindung gebracht. Ob das auf den Knochenschutz zurückgeht, auf eine direkte Wirkung auf alternde Zellen oder auf beides, ist noch offen.
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