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Forschung · Immunsystem

Das alternde Immunsystem baut Knochen still ab

Redaktion LongevityWatch · 26. Juli 2026 · 1 min · English

Knochenschwund gilt oft als selbstverständlicher Teil des Älterwerdens. Doch das Immunsystem spielt dabei eine größere Rolle, als den meisten bewusst ist – und auch das Immunsystem altert.

Knochen sind kein statisches Gewebe. Spezialisierte Zellen, die sogenannten Osteoklasten, bauen Knochen kontinuierlich ab, während Osteoblasten ihn wieder aufbauen. In jungen Jahren halten sich diese Prozesse die Waage. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich dieses Gleichgewicht: Der Abbau überholt die Neubildung. Die Folge ist Osteoporose mit dem damit verbundenen Frakturrisiko.

Die Forschenden beschreiben, wie gealterte Immunzellen diesen Prozess beschleunigen. Immunzellen, die selbst in einen Zustand der Seneszenz geraten sind – einer veränderten Funktionsweise, die mit dem Altern einhergeht – schütten entzündliche Botenstoffe aus. Diese chronische, unterschwellige Entzündung stört das Gleichgewicht zwischen knochenaufbauenden und knochenabbauenden Zellen, zum Nachteil der Neubildung.

Mehr als nur Entzündung

Neben Entzündungsprozessen spielen auch funktionelle Veränderungen in Immunzellen eine Rolle. Bestimmte Zellen des angeborenen Immunsystems, die normalerweise aktiv zur Gewebeerhaltung beitragen, geben diese Aufgabe im Alter auf. Sie nehmen andere Verhaltensmuster an, die für die Gesunderhaltung von Knochen weniger nützlich sind. Dabei handelt es sich um einen eigenständigen Mechanismus, der von der Entzündungsreaktion selbst zu unterscheiden ist.

Der als Open-Access-Artikel veröffentlichte Übersichtsartikel erläutert, wie sich dies je nach Knochenkrankheit unterscheidet. Bei Osteoporose und rheumatoider Arthritis scheint der Beitrag seneszenter Immunzellen am direktesten zu sein. Bei Arthrose und diabetesbedingten Knochenkrankheiten wirken gealterte Immunzellen eher als Verstärker bestehender Entzündungen im Gelenkumfeld.

Immunalterung als therapeutischer Angriffspunkt

Wenn Immunseneszenz – also der altersbedingte Rückgang der Immunfunktion – zum Knochenschwund beiträgt, könnten Therapien, die auf das Immunsystem abzielen, auch für die Knochengesundheit relevant sein. Vorerst bleibt das eine theoretische Perspektive; konkrete Behandlungen wurden beim Menschen noch nicht erprobt. Dennoch eröffnet sich damit ein neuer Blickwinkel auf ein weit verbreitetes Gesundheitsproblem älterer Menschen.

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