Ein Rezeptor im Thymus verlangsamt die Immunalterung
Mit zunehmendem Alter schrumpft der Thymus, das Organ, das Immunzellen ausbildet, und füllt sich mit Fettgewebe. Das schwächt die Immunabwehr. Forschende haben nun einen Rezeptor identifiziert, der diesen Prozess verlangsamen kann, zumindest bei Mäusen.
Der Thymus ist ein kleines Organ hinter dem Brustbein. Er ist früh im Leben aktiv und bildet T-Zellen aus, eine besonders wichtige Art von Immunzellen. Mit dem Alter schrumpft der Thymus allmählich, weil Fettgewebe seine funktionalen Zellen verdrängt. Dieser Vorgang wird als Involution bezeichnet. Die Folge ist ein geschwächtes Immunsystem im späteren Leben: weniger neue T-Zellen und ein geringerer Schutz vor Infektionen sowie möglicherweise vor Krebs.
Die Forschenden, die ihre Ergebnisse in Aging Cell veröffentlichten, konzentrierten sich auf GPR40, einen Rezeptor auf thymischen Epithelzellen. Epithelzellen sind die strukturellen Stützzellen, die das Organ funktionstüchtig halten. Sie aktivierten GPR40 mithilfe einer Verbindung namens GW9508 bei 17 Monate alten Mäusen, einem Alter, das in diesem Modell einem fortgeschrittenen Altersstadium entspricht.
Niedrige Dosis, bemerkenswertes Ergebnis
Die niedrigste Dosis von GW9508 erwies sich als am wirksamsten. Die behandelten Mäuse hatten Thymusdrüsen, die im Durchschnitt rund 50 Prozent schwerer waren als die der Kontrollgruppe, ein Unterschied, der auf mehr aktives Gewebe hindeutet. Mehrere Typen von Epithelzellen nahmen an Zahl zu, ebenso verschiedene T-Zell-Subpopulationen. Als die Forschenden GPR40 blockierten, verschwanden die positiven Effekte, was den Rezeptor als treibende Kraft hinter dem Ergebnis bestätigte.
Darüber hinaus verringerte GW9508 die Anzahl seneszenter Zellen im Thymus (Zellen, die sich nicht mehr teilen, aber auch nicht abgebaut werden, ein Vorgang, der als zelluläre Seneszenz bekannt ist). Blut- und Nierenmarker zeigten keine Anzeichen von Toxizität.
Ein langer Weg bis zur Anwendung am Menschen
Es handelt sich um Tierversuche, was eine klare Einschränkung erfordert. Ergebnisse bei Mäusen lassen sich nicht zuverlässig auf den Menschen übertragen, und der Thymus funktioniert je nach Spezies etwas unterschiedlich. Dennoch fügt die Studie dem wachsenden Forschungsfeld der Thymusverjüngung ein konkretes molekulares Zielobjekt hinzu. Ob die Aktivierung von GPR40 die thymische Alterung auch beim Menschen verlangsamen kann, ist eine Frage, die künftige Forschungsarbeiten beantworten müssen.
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