Weight-Loss-Startup setzt gegen GLP-1-Medikamente
Der Markt für Adipositas-Medikamente wird von einer einzigen Wirkstoffklasse beherrscht. Ein neues Startup wettet darauf, dass ein besserer Ansatz existiert, der nicht auf den Rezeptor abzielt, den alle anderen verfolgen.
GLP-1-Rezeptoragonisten (Wirkstoffe, die den GLP-1-Rezeptor aktivieren, ein Protein, das an der Regulierung von Appetit und Blutzucker beteiligt ist) wie Semaglutid sind rasch zum dominierenden Ansatz in der Adipositasbehandlung geworden. Nahezu jedes Startup der Branche entwickelt eine eigene GLP-1-Variante. Mwyngil Therapeutics nicht. Das Unternehmen sucht nach Wegen, Gewichtsverlust über ein anderes biologisches Ziel anzuregen.
Warum einen anderen Weg einschlagen?
CEO Luba Greenwood erklärte gegenüber STAT News, sie habe kein Interesse an einem weiteren GLP-1-Nachahmer. Ihre Begründung: Die wissenschaftliche Herausforderung sei größer, und damit auch der potenzielle Mehrwert im Erfolgsfall. Welches alternative biologische Ziel Mwyngil verfolgt, wurde bislang nicht bekannt gegeben. Das Unternehmen befindet sich in einer frühen Forschungsphase; klinische Ergebnisse liegen noch keine vor.
Aus der Perspektive der Longevity-Forschung ist das relevant, weil Adipositas und Alterung eng miteinander verknüpft sind. Übergewicht erhöht das Risiko für eine Reihe altersbedingter Erkrankungen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, bestimmte Krebsarten und kognitiven Abbau. GLP-1-Wirkstoffe haben in Studien zudem Effekte gezeigt, die über die Gewichtsabnahme hinausgehen, darunter eine Reduktion von Entzündungsmarkern und möglicherweise kardioprotektive Wirkungen. Ob ein Nicht-GLP-1-Ansatz vergleichbar breite Vorteile erzielen kann, bleibt eine offene Frage.
Eine wissenschaftlich gewagte Wette
Die Pharmaindustrie folgt in der Regel Pfaden mit nachgewiesenem Erfolg. Alternative Angriffspunkte für das Gewichtsmanagement tauchen in der wissenschaftlichen Literatur schon lange auf, doch nur wenige haben die klinische Schwelle überschritten. Mwyngyls Strategie ist wissenschaftlich interessant, aber noch früh: Klinische Daten liegen bislang nicht vor. Dieser Artikel basiert auf journalistischer Berichterstattung, nicht auf veröffentlichten Studien.
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