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Ein zusätzliches Schuljahr senkt das Demenzrisiko messbar

Redaktion LongevityWatch · 3. November 2026 · 1 min · English

Ein zusätzliches Schuljahr kann das Demenzrisiko im späteren Leben messbar verringern. Eine große britische Studie, die auf einer realen Gesetzesänderung basiert, zeigt einen zwar kleinen, aber bemerkenswerten Effekt – auch bei Menschen mit hohem genetischem Risiko.

Im Jahr 1972 hob das Vereinigte Königreich das Mindestalter für den Schulabgang von 15 auf 16 Jahre an. Davon betroffen waren ausschließlich Schülerinnen und Schüler, die nach dem 1. September 1957 geboren wurden – was Forschende als „natürliches Experiment" bezeichnen. Sie verknüpften Geburtsdaten mit administrativen Gesundheitsdaten und untersuchten Demenzdiagnosen im späteren Leben. Die Studie wurde in PNAS veröffentlicht.

Ein kleiner, aber bedeutsamer Rückgang

Das zusätzliche Schuljahr senkte die kumulative Inzidenz von Alzheimer und verwandten Demenzen (ADRD) um rund 0,88 %. Die Forschenden betonen, dass dies den messbaren Effekt von lediglich einem einzigen zusätzlichen Bildungsjahr widerspiegelt. Bemerkenswert ist zudem, dass die Reform offenbar auch das genetische Risiko für ADRD verringerte – ein Befund, der die Annahme in Frage stellt, genetische Anfälligkeit lasse sich durch Umweltfaktoren nicht beeinflussen.

Worauf beruht dieser Effekt?

Wie Bildung das Demenzrisiko senkt, ist nicht abschließend geklärt. Eine viel diskutierte Erklärung ist die kognitive Reserve: die Vorstellung, dass intensive geistige Beanspruchung in den Entwicklungsjahren das Gehirn widerstandsfähiger gegen spätere Schäden macht. Andere Erklärungen sind jedoch nicht ausgeschlossen. Mehr Bildung geht häufig auch mit höherem Einkommen, gesünderem Verhalten und besserem Zugang zur Gesundheitsversorgung einher. Welcher dieser Faktoren entscheidend ist, ließ sich in dieser Studie nicht bestimmen. Die Forschenden unterstreichen, dass die Demenz-Inzidenz durch Sozialpolitik beeinflusst werden kann – ein Befund mit weitreichenden Konsequenzen, da die Fallzahlen in den kommenden Jahrzehnten stark steigen dürften.

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