Wann macht eine Schlafstudie in einer Klinik Sinn – und wann nicht?
Eine klinische Schlafstudie ist sinnvoll – aber nicht bei gewöhnlichen Schlafproblemen. Sie lohnt sich erst, wenn dein Arzt eine begleitende Schlafstörung vermutet oder eine Behandlung nicht wirkt.
Bei gewöhnlichen Schlafproblemen – also Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen – brauchst du keine klinische Schlafstudie. Ein ausführliches Gespräch mit deinem Arzt, ein Schlaftagebuch und ein standardisierter Fragebogen reichen für die meisten Menschen aus, um eine Diagnose zu stellen und eine Behandlung einzuleiten. Auch ein Aktigraph am Handgelenk, der Bewegung und Ruhe über Tage aufzeichnet, ist für die Routinediagnostik einer Insomnie nicht notwendig – wenngleich er helfen kann, verschiedene Schlafstörungen voneinander abzugrenzen.
Einen echten Mehrwert hat eine Schlafstudie dann, wenn neben der Insomnie eine weitere Schlafstörung vermutet wird. Klassische Beispiele sind Schlafapnoe, bei der die Atmung nachts immer wieder kurz aussetzt, sowie das Syndrom der periodischen Beinbewegungen im Schlaf. Spricht eine Insomnie auf keine Behandlung an, empfiehlt sich eine klinische Untersuchung, um eine zugrundeliegende Ursache aufzudecken.
Bei Kindern mit Verdacht auf Schlafapnoe, die eine Mandeloperation erwägen, ist eine Schlafstudie besonders dringend empfohlen, wenn Risikofaktoren vorliegen. Dazu zählen Übergewicht, das Down-Syndrom, kraniofaziale Fehlbildungen, neuromuskuläre Erkrankungen oder Sichelzellkrankheit. Außerdem ist eine genauere Messung sinnvoll, wenn geschilderte Beschwerden und klinischer Befund nicht zusammenpassen.
Schwangere bilden eine besondere Gruppe. Studien mit vollständiger Schlafdiagnostik zeigen, dass im letzten Schwangerschaftsdrittel bei 17 bis 45 Prozent der Frauen eine schlafbezogene Atmungsstörung vorliegt. Alleiniges Schnarchen ist dabei kein verlässliches Signal und eignet sich nicht als Screeningkriterium.
Alle Aussagen stützen sich auf eine Leitlinienpublikation (PMID 38016484), zwei Leitlinien bzw. Studien zu Kindern (PMID 30921525, 30798778) sowie eine prospektive Studie bei Schwangeren (PMID 29074090).