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Warum träume ich so viel – und ist das gut oder schlecht?

Unsicher · Mäßige Evidenz

Viel träumen ist für sich genommen neutral – bestimmte Muster wie das körperliche Ausleben von Träumen oder häufige Albträume sind jedoch ernst zu nehmen und sollten mit einem Arzt besprochen werden.

Die vollständige Antwort

Viel zu träumen ist für sich genommen kein medizinisches Problem. Du träumst jede Nacht, auch wenn du dich morgens an nichts erinnerst. Ob deine Träume 'gut oder schlecht' sind, hängt davon ab, was genau passiert: Gewöhnliche Träume sind völlig normal, doch bestimmte Muster verdienen mehr Aufmerksamkeit.

Albträume, die dich regelmäßig aufwecken, sind mehr als nur lästig. Studien an jungen Menschen zeigen, dass häufige Albträume mit einem erhöhten Risiko für Suizidgedanken und suizidales Verhalten verbunden sind – unabhängig von anderen Schlafproblemen. Wenn du selbst oder jemand in deinem Umfeld darunter leidet, nimm das ernst und sprich mit einem Arzt darüber.

Ein selteneres, aber wichtiges Warnsignal ist, wenn du deine Träume körperlich auslebst: schlagen, rufen oder um dich schlagen im Schlaf. Das kann auf eine Schlafstörung namens REM-Schlaf-Verhaltensstörung hinweisen. Bei älteren Erwachsenen mit dieser Erkrankung entwickelt die große Mehrheit später eine neurologische Erkrankung wie Parkinson. Das ist kein Grund zur Panik für alle, die lebhaft träumen – aber sehr wohl ein Anlass, das abklären zu lassen, wenn du oder dein Partner das bei euch erkennen. Schlafwandeln ist eine verwandte, aber eigenständige Störung, die bei 2 bis 4 Prozent der Erwachsenen vorkommt und ebenfalls ein Verletzungsrisiko mit sich bringen kann.

Leidest du häufig unter schlechten Träumen und gleichzeitig unter Migräne? Menschen mit regelmäßigen Migräneanfällen berichten öfter von Albträumen und schlechterer Schlafqualität. Ob das eine das andere verursacht, ist nicht geklärt – der Zusammenhang selbst wurde jedoch konsistent gefunden.

Für Menschen, deren Albträume auf ein Trauma zurückgehen, gibt es glücklicherweise wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Eine psychologische Therapie, bei der du lernst, deinen Albtraum bewusst umzuschreiben (Imagery Rehearsal Therapy), ist genauso wirksam wie das Blutdruckmittel Prazosin, das ebenfalls gezielt gegen Albträume eingesetzt wird. Kombinierst du diesen psychologischen Ansatz mit kognitiver Verhaltenstherapie bei Schlafproblemen, sind die Ergebnisse für die Schlafqualität am besten. Es gibt auch Forschung zu Doxazosin (einem ähnlichen Medikament), doch die Effekte sind bescheiden und bei Frauen weniger eindeutig.

Die Belege
6 Studien

Alle Aussagen basieren auf Beobachtungsstudien oder klinischen Studien mit begrenzter Evidenz. Zu "viel träumen" als isoliertem Phänomen liegt keine Quelle vor. Die zugrundeliegenden Texte befassen sich mit Schlafstörungen und Albträumen, nicht mit der alltäglichen Traumhäufigkeit.

Zuletzt überprüft: Juli 2026
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