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Ist es schlimm, dass ich nachts häufig aufwache?

Moderate Evidenz

Gelegentlich aufzuwachen ist normal. Passiert es dir aber häufig und leidest du tagsüber darunter, kann eine Ursache wie Schlafapnoe oder PTBS dahinterstecken. Lass das dann abklären.

Gelegentlich aufzuwachen ist völlig normal. Zuhause wachst du im Schnitt etwa zweimal pro Nacht auf. Schläfst du danach schnell wieder ein und fühlst dich tagsüber fit, ist alles in Ordnung. Passiert es dir aber häufiger, liegst du lange wach oder bist tagsüber müde und benommen, solltest du das ernst nehmen.

Die häufigste medizinische Ursache ist Schlafapnoe: Dabei setzt deine Atmung im Schlaf wiederholt aus, was deinen Schlaf unterbricht und dich mit einem Erstickungsgefühl aufschrecken lässt. Schlafapnoe hängt außerdem mit Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Typ-2-Diabetes und Schlaganfall zusammen. Wird dein Bettpartner von deinem Schnarchen wach oder beobachtet er Atemaussetzer, geh zum Arzt.

Weitere Erkrankungen, die nächtliches Aufwachen deutlich verschlimmern können, sind PTBS, Demenz und bei Kindern Autismus. Bei PTBS gehen die Wachphasen häufig mit Albträumen einher. Bei Demenz leiden 40 % der Betroffenen unter Schlafproblemen, was Gedächtnisschwierigkeiten und das Sturzrisiko zusätzlich verstärkt. Bei Kindern mit Autismus liegt der Anteil mit Schlafproblemen zwischen 40 und 86 %.

Zwei Medikamente sind mäßig belegt, beide aber mit Vorsicht einzusetzen. Trazodon, ein Antidepressivum mit schlaffördernder Wirkung, verkürzt die Zeit, die du nach dem Aufwachen wach liegst, im Schnitt um gut 13 Minuten, geht aber auch mit mehr Nebenwirkungen einher. Schlafmittel auf Benzodiazepinbasis vermitteln zwar das Gefühl, besser zu schlafen, stören aber den Tiefschlaf und können Konzentrations- und Gedächtnisprobleme verursachen. Nimm sie nur unter engmaschiger ärztlicher Aufsicht ein.

Bei Menschen mit Demenz wirken mehr Bewegung und soziale Aktivitäten tagsüber leicht gegen nächtliches Aufwachen; dazu gibt es bisher allerdings nur kleinere Studien. Schläfst du schnell wieder ein und fühlst dich tagsüber wohl, ist wahrscheinlich nichts im Argen. Liegst du aber regelmäßig lange wach oder bist tagsüber erschöpft, besprich es mit deinem Arzt.

Die Belege
6 Studien · 1 Meta-Analysen

Basierend auf mehreren Studien mit Assoziationsevidenz; große kontrollierte Studien zur Schlafqualität als primärem Endpunkt fehlen. Hinzu kommen eine Metaanalyse zu Trazodon sowie eine Übersichtsarbeit zu Schlafapnoe. Die Gesamtteilnehmerzahlen sind auf Grundlage der genannten Studien geschätzt.

Zuletzt geprüft: August 2026 · wie das beurteilt wurde
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