Was bewirkt Equol aus Soja bei Frauen nach den Wechseljahren?
Equol aus Soja zeigt in der Forschung eine Verringerung von Hitzewallungen und eine Verlangsamung des Knochenabbaus nach den Wechseljahren. Die stärksten Hinweise gelten für Frauen mit vielen Hitzewallungen und für Frauen, die Equol nicht selbst aus Soja bilden können, wobei täglich 10 bis 40 mg S-Equol am besten untersucht sind.
Hitzewallungen sind das am besten untersuchte Anwendungsfeld. Fünf Studien zusammen zeigen, dass Equol-Nahrungsergänzungsmittel sowohl die Häufigkeit als auch die Stärke von Hitzewallungen senken – allerdings fanden zwei dieser fünf Studien keinen nennenswerten Effekt. Eine kleinere, acht Wochen lange Studie mit 102 Frauen verglich Equol-Tabletten direkt mit Soja-Isoflavonen: 20 bis 40 mg S-Equol pro Tag wirkte besser bei Frauen mit mehr als acht Hitzewallungen täglich. Bei 10 mg pro Tag war die Wirkung vergleichbar mit der gewöhnlicher Soja-Isoflavone.
Beim Thema Knochen sind die Ergebnisse bemerkenswert. Frauen, die Equol aus Soja-Isoflavonen selbst bilden können, verloren im Verlauf eines Jahres deutlich weniger Knochendichte in der Hüfte als Frauen, denen das nicht gelingt: -0,46 % gegenüber -2,28 %. Eine separate Studie mit 10 mg S-Equol pro Tag zeigte zudem einen klaren Rückgang eines messbaren Knochenabbau-Markers im Urin im Vergleich zu Placebo. Ob das langfristig auch Knochenbrüche verhindert, ist bisher nicht untersucht.
Muskel- und Gelenkschmerzen nach den Wechseljahren gingen in derselben Vergleichsstudie bei 10 und 20 mg S-Equol pro Tag spürbar stärker zurück als bei Soja-Isoflavonen. Dazu gibt es bisher nur diese eine Studie, sodass verlässliche Aussagen noch nicht möglich sind.
Zur Stimmung zeigte eine Studie mit 30 mg pro Tag eine Verbesserung, und zwar gezielt bei Frauen, die Equol nicht selbst bilden können. Auf Herz und Gefäße hat Equol gegenüber anderen Isoflavonen keinen nachweisbaren Vorteil: Isoflavone senkten einen Entzündungswert im Blut, hatten aber keinen Einfluss auf Cholesterin oder Blutzucker – und ob jemand Equol bildet oder nicht, spielte dabei keine Rolle.
Die Sicherheitsdaten sind begrenzt, bislang aber beruhigend: Nach einem Jahr mit täglich 10 mg S-Equol veränderten sich Geschlechts- und Schilddrüsenhormone nicht, und es wurden keine unerwünschten Wirkungen gemeldet. Diese Daten stammen aus einer kleinen Studie mit japanischen Frauen; über längeren Gebrauch bei anderen Bevölkerungsgruppen ist wenig bekannt. Wenn du Equol als Nahrungsergänzungsmittel neben Medikamenten einnehmen möchtest, besprich das vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Dieser Text stützt sich auf fünf Studien am Menschen sowie zwei zusammenfassende Auswertungen mit je einer Gesamtanalyse mehrerer Studien. Die Einzelstudien sind überwiegend klein (eine japanische Studie am Menschen, eine Vergleichsstudie mit 102 Frauen) und von kurzer Dauer. Die Gesamtanalyse zu Hitzewallungen umfasste 728 Teilnehmerinnen, zählt aber auch zwei Studien ohne nachweisbaren Effekt, was die Schlussfolgerung abschwächt. Die Forschenden bewerteten die Evidenzlage in den meisten Bereichen als begrenzt bis moderat; am stärksten ist sie für Knochendichte und Hitzewallungen, reicht aber noch nicht aus, um daraus feste klinische Empfehlungen abzuleiten.