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Was ist der Unterschied zwischen Magnesiumbisglyciat und Magnesiumglycinat?

Vorläufige Evidenz

Magnesiumbisglyciat und Magnesiumglycinat bezeichnen dasselbe Nahrungsergänzungsmittel. Ob es besser aufgenommen wird als Magnesiumcitrat, lässt sich nicht eindeutig sagen: Die Studien an gesunden Menschen widersprechen sich, und Citrat hat derzeit die stärkste Evidenzlage.

Magnesiumbisglyciat und Magnesiumglycinat sind zwei Namen für exakt dasselbe Nahrungsergänzungsmittel. Das Wörtchen „bis" bedeutet schlicht, dass zwei Glycinmoleküle (eine einfache Aminosäure) an ein einzelnes Magnesiumatom gebunden sind. Manche Hersteller verwenden die kürzere Bezeichnung, andere die chemisch präzisere – was im Päckchen steckt, ist identisch.

Ob diese Chelatform besser aufgenommen wird als andere, ist nicht abschließend geklärt. In einer Studie mit Patienten, denen ein Teil des Darms entfernt worden war, schnitt Magnesiumbisglyciat bei den am schlechtesten resorbierenden Teilnehmenden signifikant besser ab als Magnesiumoxid, und der Blutspiegel-Höhepunkt trat früher auf. Bei gesunden Menschen dagegen zeigte Magnesiumbisglyciat in einer Studie mit 40 gesunden Teilnehmenden, die vom Hersteller eines konkurrierenden Produkts finanziert wurde, keinen messbaren Anstieg des Magnesiums im Blut, während Magnesiumoxid und Magnesiumcitrat dies zu bestimmten Zeitpunkten durchaus taten. Zellkulturversuche mit Darmzellen deuten darauf hin, dass gepuffertes Magnesiumbisglyciat besser durch die Darmwand gelangt als die sogenannte sucrosomale Form. Was in der Zellkultur funktioniert, muss beim Menschen jedoch nicht dasselbe bewirken.

Die stärkste Evidenz für die Aufnahme bei gesunden Menschen hat Magnesiumcitrat. In einer unabhängigen Studie mit 46 gesunden Teilnehmenden über 60 Tage erzielte Citrat die höchsten Konzentrationen in Blut und Speichel, signifikant besser als Magnesiumoxid. Ein Magnesiumaminosäurechelat (vergleichbar mit Bisglyciat) schnitt besser ab als Oxid, aber nicht besser als Citrat. Auf dem Etikett achtest du auf „Magnesium (elementar)" sowie die angegebene Salzform: Oxid landet in allen Studien auf dem letzten Platz und sollte daher unabhängig vom Preis des Produkts keine Rolle spielen.

Wenn du Magnesium gezielt nach seiner Bioverfügbarkeit auswählen möchtest, ist Citrat derzeit die am besten belegte Wahl. Magnesiumbisglyciat ist bei gesunden Menschen zu wenig untersucht, um es mit Sicherheit zu empfehlen, denn die vorliegenden Ergebnisse widersprechen sich. Für medizinische Anwendungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Schwangerschaft besprichst du die Einnahme grundsätzlich zuerst mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Die Belege
4 Studien · 3 randomisierte Studien · ≈ 98 Teilnehmer

Diese Antwort stützt sich auf vier randomisierte Humanstudien, von denen zwei klein sind (zwölf bzw. vierzig Teilnehmende) und eine 46 Teilnehmende über 60 Tage umfasst. Eine Studie wurde von einem Unternehmen mit kommerziellem Interesse am Ergebnis finanziert. Eine Quelle ist reine Laborforschung an Zellen, ohne Humandaten. Die Studien widersprechen sich beim Thema Resorption bei gesunden Menschen direkt, was die Schlussfolgerungen unsicher macht.

Zuletzt geprüft: September 2026 · wie das beurteilt wurde
Verwandte Antworten

Welche Magnesiumform ist die beste Wahl als Nahrungsergänzungsmittel?

Magnesiumcitrat hat die stärkste Datenlage für eine gute Aufnahme beim Menschen. Wer ein Nahrungsergänzungsmittel nehmen möchte, trifft mit einer organischen Form wie Citrat eine vernünftige Wahl, sollte aber auch auf die Produktqualität achten, denn die schwankt erheblich.

Moderate Evidenz

Kann man zu viel Magnesium einnehmen?

Ja, zu viel Magnesium kann gefährlich sein, aber eine ernste Vergiftung über gewöhnliche Nahrungsergänzungsmittel ist bei gesunden Nieren selten. Bei Nierenproblemen oder intravenöser Gabe ist ärztliche Begleitung unbedingt erforderlich.

Ja · Moderate Evidenz

Was sind die Unterschiede zwischen Ibogain und Psilocybin als Behandlung?

Psilocybin hat mehr klinische Evidenz und ein günstigeres Sicherheitsprofil als Ibogain. Ibogain birgt ein reales Risiko schwerer Herzrhythmusstörungen und ist für die meisten Anwendungen kaum in kontrollierten Studien geprüft worden. Wer eine der beiden Substanzen ausprobieren möchte, sollte das unbedingt zuerst mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen, besonders bei Herz- oder anderen gesundheitlichen Problemen.

Vorläufige Evidenz

Hilft die Kombination aus Glycin und NAC (GlyNAC) gegen das Altern?

GlyNAC zeigt in einer kleinen Humanstudie vielversprechende Ergebnisse bei oxidativem Stress, Muskelfunktion und Entzündungsmarkern – die Evidenz ist aber noch zu dünn für handfeste Empfehlungen.

Vorläufige Evidenz

Hilft Magnesiumglycinat beim Schlafen?

Magnesium kann bei manchen Menschen mit Mangel oder einer bestehenden Erkrankung einen gewissen Beitrag zum Schlaf leisten, für gesunde Menschen ohne Mangel ist das jedoch nicht belegt. Wenn du seit Jahren schlecht schläfst, kläre zuerst mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, ob andere Ursachen dahinterstecken.

Vorläufige Evidenz

Wie viel Magnesium brauchst du pro Tag?

Studien deuten darauf hin, dass der Körper bereits bei rund 165 mg pro Tag im Gleichgewicht ist, doch die offiziellen Empfehlungen liegen höher, und die individuelle Streuung ist erheblich. Sorge in jedem Fall für ausreichend magnesiumreiche Kost, denn ein Mangel ist weiter verbreitet, als die meisten ahnen.

Moderate Evidenz
Alle Magnesium-Antworten unter „Was wirkt“ →
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