Welche Hormonspiegel gehören zum polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS)?
Bei PCOS sind erhöhte Androgene, ein erhöhtes LH/FSH-Verhältnis und eine ausgeprägtere Insulinresistenz die zuverlässigsten hormonellen Merkmale. Wenn du PCOS vermutest, sind das die Werte, die dein Hausarzt oder deine Gynäkologin zuerst bestimmen lassen wird.
Erhöhte Androgene sind das markanteste hormonelle Zeichen bei PCOS. Sowohl Testosteron als auch Androstendion liegen bei nahezu allen Frauen mit PCOS höher als bei gesunden Frauen, unabhängig davon, ob sie schlank oder übergewichtig sind. Das ist denn auch einer der zentralen Pfeiler der Diagnose. Das Verhältnis von LH (luteinisierendes Hormon) zu FSH (follikelstimulierendes Hormon) ist ebenfalls gestört: LH ist zu hoch, FSH relativ zu niedrig. Dieses Ungleichgewicht hemmt die normale Reifung der Eizellen und die Ovulation. Wie deutlich das Muster erkennbar ist, hängt vom Körpergewicht und vom Zeitpunkt im Zyklus ab. Auch Insulin spielt eine zentrale Rolle. Frauen mit PCOS reagieren insulinresistenter als Frauen ohne PCOS, selbst wenn das Gewicht vergleichbar ist. Der Körper produziert mehr Insulin, um das auszugleichen, was langfristig das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöht. AMH, ein Hormon, das die Aktivität der Eierstöcke widerspiegelt, ist bei PCOS durch die hohe Zahl kleiner Follikel erhöht. Ob AMH künftig als eigenständiges Diagnosekriterium dienen kann, wird geprüft, doch ein allgemein anerkannter Grenzwert fehlt bislang. Auffällig: Bei Frauen mit PCOS und Übergewicht fällt AMH niedriger aus als bei schlanken Frauen mit PCOS. Dasselbe gilt für LH und Progesteron. Übergewicht „verschleiert" also einen Teil des typischen Hormonmusters und kann die Diagnose erschweren. Erhöhte Androgene hingegen treten bei höherem Gewicht sogar häufiger auf. Für Wachstumshormon und Ghrelin gibt es Hinweise auf Abweichungen bei PCOS, doch diese stammen aus wenigen Untersuchungen und ihre klinische Bedeutung ist unklar. Ähnliches gilt für TSH und Prolaktin: Erhöhte Werte wurden in einer einzigen kleinen Studie mit 50 Frauen berichtet, was keine ausreichende Grundlage für diagnostische Schlüsse bildet. Schließlich kommt es auf den PCOS-Subtyp an. Frauen mit sowohl Androgenüberschuss als auch ausbleibender Ovulation zeigen die ausgeprägtesten hormonellen und Stoffwechselabweichungen. Wer PCOS ohne erhöhte Androgene hat, weist in der Regel ein milderes Profil auf.
Diese Antwort stützt sich auf mehrere Reviews und eine Metaanalyse von 23 Studien mit mehr als 4.500 Frauen mit PCOS. Die Befunde zu Androgenen, dem LH/FSH-Verhältnis und der Insulinresistenz sind konsistent und gut belegt. AMH ist moderat untermauert: Die Metaanalyse unterstützt den Befund, doch über Grenzwerte besteht noch kein Konsens. Die Daten zu Wachstumshormon und Ghrelin stammen aus einem einzigen narrativen Review; die zu TSH und Prolaktin aus einer Studie mit 50 Frauen. Für diese beiden letzten Punkte ist die Evidenzlage gering.
Wie verändern sich deine Hormonspiegel im Verlauf des Menstruationszyklus?
Deine Hormonspiegel folgen einem erkennbaren Muster: Östrogen und Progesteron steigen und fallen zu definierten Zeitpunkten, mit einem steilen LH-Gipfel rund um den Eisprung. Zwischen Frauen gibt es große individuelle Unterschiede, und die Pille unterdrückt dieses Muster weitgehend.
Was ist Brainfog eigentlich, und woher kommt er?
Brainfog hat wahrscheinlich mehrere gleichzeitige Ursachen. Am besten belegt ist eine undichte Blut-Hirn-Schranke bei Long-COVID. Was genau im Gehirn schiefläuft, unterscheidet sich je nach Grunderkrankung, weshalb auch der Umgang damit von Fall zu Fall verschieden ist.