Wie gefährlich ist eine Fettleber?
Bei den meisten Betroffenen bleibt die Fettleber zunächst stabil, erhöht aber das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Lebererkrankungen erheblich. Gewichtsreduktion ist bislang die einzige bewährte Möglichkeit, Schäden zu begrenzen.
Die Fettleber ist weltweit die häufigste Lebererkrankung: Etwa jeder vierte Erwachsene ist betroffen, in den USA sogar fast jeder dritte. Die meisten Menschen spüren zunächst nichts davon, doch harmlos ist die Erkrankung keineswegs. Die häufigste Todesursache bei Menschen mit Fettleber ist Herz-Kreislauf-Erkrankung, nicht die Leber selbst. Krebserkrankungen außerhalb der Leber stehen an zweiter Stelle, Lebererkrankungen erst danach. Eine Fettleber gefährdet also den gesamten Organismus, selbst wenn die Leber noch nicht ernsthaft geschädigt ist. Hinzu kommt eine starke Wechselwirkung mit Typ-2-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung: Die drei Erkrankungen verstärken sich gegenseitig. Bei einem Teil der Betroffenen schreitet die Fettleber in ein schwereres Stadium fort, das Entzündungen und Zellschäden einschließt. Mehr als 66 % der Menschen über 50 mit Diabetes oder starkem Übergewicht haben dieses fortgeschrittene Stadium wahrscheinlich bereits erreicht. Von denjenigen mit diesem schwereren Stadium entwickeln rund 20 % letztlich eine Leberzirrhose, bei der das Lebergewebe weitgehend durch Narbengewebe ersetzt ist. Diese Schädigung ist nicht umkehrbar, und die Fettleber entwickelt sich gerade zur häufigsten Ursache für eine Lebertransplantation. Besonders bemerkenswert: Leberkrebs kann bereits entstehen, bevor eine Zirrhose vorliegt, und zwar in bis zu der Hälfte der NAFLD-bezogenen Fälle. Je mehr Narbengewebe die Leber bereits enthält, desto größer ist das Sterberisiko für Lebererkrankungen und andere Erkrankungen. Das Ausmaß der Fibrose ist damit der entscheidende Prädiktor für den Krankheitsverlauf. Die einzige Maßnahme mit nachgewiesenem Effekt auf die Narbenbildung ist Gewichtsreduktion kombiniert mit einem gesünderen Lebensstil. Je mehr Gewicht du verlierst, desto größer ist die Verbesserung. Ein zugelassenes Medikament speziell gegen die Fettleber gibt es bislang nicht. Manche Wirkstoffe wie Vitamin E oder bestimmte Diabetesmedikamente werden untersucht, ihr Effekt ist jedoch gering, und für diese Indikation sind sie nicht offiziell zugelassen.
Diese Antwort stützt sich auf mehrere systematische Übersichtsarbeiten und eine Metaanalyse, die Dutzende Studien zur weltweiten Verbreitung und zu Sterblichkeitszahlen ausgewertet hat. In den meisten Punkten ist die Evidenzlage solide und konsistent. Die Angaben zum Übergang in schwerere Stadien sind Schätzwerte mit gewisser Unsicherheit, weil groß angelegte Langzeitstudien am Menschen schwer durchführbar sind und die meisten Daten aus ausgewählten Patientengruppen stammen.
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