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Wie verändert sich das Lipidprofil nach der Menopause, und was kannst du dagegen tun?

Ja · Moderate Evidenz

Nach der Menopause verschlechtert sich das Lipidprofil nachweisbar durch den Östrogenabfall. Regelmäßige Bewegung und moderate Kalorienreduktion wirken dem entgegen; bei anhaltend erhöhtem Cholesterin solltest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt auch eine medikamentöse Cholesterinsenkung besprechen.

Nach der Menopause steigt das LDL-Cholesterin messbar an – und das ist kein bloßer Alterseffekt: Selbst wenn man das Lebensalter herausrechnet, bleibt dieser Anstieg nachweisbar. Gleichzeitig sinkt das HDL-Cholesterin, und je länger die Menopause andauert, desto stärker fällt dieser Wert ab. Hinzu kommen erhöhte Triglyzeride, fettreiche Lipoproteine und ein Anstieg von Lipoprotein(a), einem zusätzlichen Risikofaktor, den viele nicht kennen. All das zusammen erhöht das Herz-Kreislauf-Risiko nach der Menopause erheblich.

Der Abfall des Östrogens ist der wichtigste Auslöser dieser Verschiebungen. Frauen sterben häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Männer, und dieses Risiko steigt nach der Menopause deutlich an. Trotzdem wird erhöhtes Cholesterin bei Frauen in der Praxis oft zu spät erkannt und unzureichend behandelt.

Eine Übersichtsanalyse zeigt, dass moderate Kalorienreduktion und regelmäßiges Ausdauertraining den ungünstigen Lipidveränderungen entgegenwirken können. Die Richtung ist eindeutig genug, um Bewegung und Ernährung als ersten Schritt ernst zu nehmen.

Das pflanzliche Präparat Traubensilberkerze (160 mg täglich, drei Monate) zeigte in einer doppelblinden Studie mit peri- und postmenopausalen Frauen keinen nachweisbaren Effekt auf Cholesterin oder Triglyzeride. Für das Lipidprofil bringt dieses Mittel keinen Mehrwert.

Menopausale Hormontherapie war in einer Untersuchung mit einem günstigeren Lipidprofil verbunden: mehr große HDL-Partikel und weniger kleine LDL-Partikel. Da keine einzige Studie hier Ursache und Wirkung nachweisen kann, ist bei der Einordnung Zurückhaltung angebracht. Erhöhtes Cholesterin nach der Menopause aktiv zu senken, am besten in Absprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, kann helfen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.

Die Belege
8 Studien · 1 randomisierte Studie · ≈ 310 Teilnehmer

Basiert auf mehreren Untersuchungen und einer Studie zur Traubensilberkerze. Die Lebensstilempfehlung stammt aus einer Übersichtsschlussfolgerung ohne direkte Studienbasis. Der Befund zur Hormontherapie entstammt einer Untersuchung, aus der sich kein Ursache-Wirkungs-Schluss ziehen lässt.

Zuletzt geprüft: September 2026 · wie das beurteilt wurde
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