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Lässt mein Sexualtrieb nach dem 40. Lebensjahr nach, und was kann ich dagegen tun?

Ja · Moderate Evidenz

Ein nachlassendes Verlangen nach dem 40. ist normal, aber kein Muss. Männer mit nachgewiesenem Testosteronmangel und passenden Beschwerden haben eine gut belegte Behandlungsoption; Frauen rund um die Menopause profitieren konkret von einer Hormontherapie, besonders bei vaginalen Beschwerden.

Ein nachlassendes Verlangen nach dem 40. ist für Männer wie Frauen völlig normal, aber kein unausweichliches Schicksal. Bei Frauen produzieren die Eierstöcke rund um die Menopause schrittweise weniger Östrogen und Testosteron. Bis zur Hälfte aller sexuell aktiven Frauen im höheren Alter spürt das, und vermindertes Verlangen steht dabei ganz oben auf der Liste. Sinkende Östrogenspiegel können außerdem zu vaginaler Trockenheit führen, die Sex schmerzhaft macht. Für die Mehrheit älterer Frauen bleibt Sexualität dennoch ein wichtiges Thema.

Bei Männern sinkt der Testosteronspiegel mit zunehmendem Alter kontinuierlich. Rund 30 % der Männer zwischen 40 und 79 Jahren haben einen messbaren Mangel, der sich in geringerer Lust auf Sex, Erektionsproblemen, Muskelabbau und zunehmendem Bauchfett äußern kann. Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck erhöhen dieses Risiko. Es handelt sich also um eine nennenswerte Minderheit, nicht um eine universelle Gesetzmäßigkeit.

Für Männer, die sowohl Beschwerden als auch einen nachgewiesenen Testosteronmangel haben, ist eine Testosterontherapie eine ernstzunehmende Option. Die groß angelegte TRAVERSE-Studie zeigte, dass die Therapie sexuelle Aktivität und Verlangen spürbar verbesserte, ein Effekt, der zwei Jahre anhielt1. Erektionsprobleme löste sie in derselben Studie allerdings nicht. Männer mit normalen Testosteronwerten profitieren nicht davon; die Therapie taugt nicht als allgemeines Mittel gegen das Altern.

Für Frauen rund um die Menopause sind Hormontherapie und Lebensstilanpassungen die bekanntesten Wege. Eine Hormontherapie wirkt nachweislich gegen sexuelle Beschwerden, die durch den Hormonabfall entstehen, und der stärkste Beleg gilt für vaginale Trockenheit und Schmerzen beim Sex. Nicht-hormonelle Ansätze existieren ebenfalls, doch konkrete Angaben zur Stärke des Effekts sind in der verfügbaren Forschung bislang kaum zu finden.

DHEA ist eine Substanz, die der Körper in Östrogen und Testosteron umwandelt und die mit dem Alter stark abnimmt. Bei Frauen über 70 gibt es Hinweise auf einen begrenzten positiven Effekt auf das Verlangen, die Ergebnisse sind jedoch widersprüchlich. Dazu sind die Langzeitrisiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und hormonabhängige Krebsarten unzureichend untersucht, weshalb Forschende von einer DHEA-Einnahme bei älteren Menschen ausdrücklich abraten. Nimmst du Dutasterid oder Finasterid gegen Haarausfall? Diese Mittel können als Nebenwirkung ebenfalls die Libido dämpfen. Sprich das mit deinem Arzt durch.

Die Belege
8 Studien · 1 randomisierte Studie · ≈ 1.161 Teilnehmer

Die Aussagen stützen sich auf Untersuchungen zu diesem Thema, darunter die groß angelegte TRAVERSE-Studie (PMID 37589949) sowie Übersichtsarbeiten zur Menopause und zum Testosteronmangel beim Mann. Die Evidenz für eine Testosterontherapie bei Männern ist am stärksten. Für die Hormontherapie bei Frauen ist sie mäßig, aber konsistent. Für DHEA ist sie dünn und widersprüchlich.

Zuletzt geprüft: September 2026 · wie das beurteilt wurde
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Moderate Evidenz

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Moderate Evidenz

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Ja · Starke Evidenz

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Ja · Starke Evidenz

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Moderate Evidenz

Kann Sport deinen Hormonspiegel wirklich verbessern, wenn du älter wirst?

Ja, Sport erhöht nachweislich verschiedene Hormonspiegel bei Menschen über 40. Der stärkste praktische Vorteil liegt beim Muskelerhalt: Krafttraining ist dafür der wirksamste Ansatz, unabhängig davon, welche Trainingsform du wählst.

Ja · Moderate Evidenz
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