Woran erkennst du, dass deine Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten ist?
Es gibt mehrere erkennbare Signale, am besten belegt sind Bauchbeschwerden wie anhaltende Schmerzen, Durchfall oder Verstopfung. Wenn du nach einer Antibiotikakur oder einer Darminfektion über längere Zeit Darmbeschwerden hast, sprich das mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt an.
Bauchbeschwerden sind das bekannteste Warnsignal. Wiederkehrende Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung oder ein ständig wechselndes Muster kommen alle bei einer gestörten Darmflora vor. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung leidet unter solchen funktionellen Darmbeschwerden, die eng mit einer veränderten Zusammensetzung der Darmflora zusammenhängen.
Bei hartnäckiger Verstopfung zeigen Stuhluntersuchungen messbar weniger Bifidobakterien und Laktobazillen als bei gesunden Menschen. Auch erhöhte Methanwerte in der Atemluft können ein Hinweis sein. Dabei handelt es sich allerdings um Befunde aus Beobachtungsstudien, nicht um den Beweis, dass eine Beschwerde die andere verursacht.
Starke Bauchschmerzen und Durchfall nach dem Essen können ebenfalls auf eine gestörte Darmflora hindeuten. Bei einer bestimmten Form des Reizdarmsyndroms, bei der Durchfall dominiert, reichern sich Gallensäuren im Darm an, weil bestimmte Bakterien fehlen. Das macht den Darm reizbarer und schmerzempfindlicher.
Ein durchlässiger Darm ist eine weitere Folge, die sich im Blutbild zeigen kann. Die Darmwand dichtet schlechter ab, sodass Stoffe in die Blutbahn gelangen können. Dieser Vorgang scheint mit einer gestörten Darmflora zusammenzuhängen, auch wenn die Ursache-Wirkungs-Beziehung nicht abschließend belegt ist.
Weniger bekannte Anzeichen sind Stimmungsschwankungen und Konzentrationsprobleme. Darm und Gehirn stehen über Nervenbahnen und Hormone in ständigem Austausch. Tier- und Humanstudien zeigen, dass eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora diese Verbindung beeinflussen kann, ob sie bei dir aber tatsächlich hinter solchen Beschwerden steckt, lässt sich nicht ohne Weiteres feststellen. Außerdem unterschätzt werden Antibiotikakuren als Auslöser: Nach einer Kur oder einer Darminfektion kann die Flora über lange Zeit gestört bleiben, was manchmal in neuen Darmbeschwerden mündet, die Monate anhalten.
Die Evidenz stützt sich auf mehrere Reviews, einen systematischen Review und eine randomisierte Studie. Die meisten Zusammenhänge sind assoziativ; ein ursächlicher Zusammenhang ist für bestimmte Signale (Reizdarmsyndrom, Darmpermeabilität) wahrscheinlich, für andere (Stimmungsbeschwerden) beim Menschen jedoch noch nicht belegt.