Hauttumoren auf langlebige Haarfollikel-Stammzellen zurückgeführt
Hautkrebs gilt oft als Folge von Schäden an oberflächlichen Hautzellen durch Sonne oder Chemikalien. Doch neue Forschungsergebnisse verweisen auf eine tiefere Quelle: langlebige Stammzellen im Inneren des Haarfollikels, die über Jahrzehnte hinweg Mutationen ansammeln können.
Stammzellen im Haarfollikel teilen sich selten und verbleiben über lange Zeiträume an Ort und Stelle. Das macht sie ungewöhnlich: Anders als sich schnell teilende Zellen, die rasch ersetzt werden, können Follikel-Stammzellen über viele Jahre hinweg genetische Schäden ansammeln und dabei lebensfähig bleiben.
Forscher verfolgten den Ursprung chemisch ausgelöster Hauttumoren bei Mäusen mithilfe genetischer Markierungsverfahren. Dabei zeigte sich, dass die Tumoren nicht aus oberflächlichen Hautzellen hervorgingen, sondern aus Stammzellen im oberen Bereich des Haarfollikels. Die Studie wurde in Science veröffentlicht.
Warum die Ursprungszelle eine Rolle spielt
Der obere Teil des Haarfollikels, bekannt als Bulge-Region, enthält Stammzellen, die normalerweise an der Wundheilung und dem Haarwachstum beteiligt sind. Diese Zellen sind in der Regel ruhend und gut geschützt. Doch ihre lange Lebensdauer und geringe Teilungsrate machen sie anfällig für die schrittweise Anhäufung von Mutationen, die durch chemische Einwirkungen oder andere Umweltfaktoren verursacht werden.
Dieser Mechanismus ist unmittelbar mit der Biologie des Alterns verknüpft. Mit zunehmendem Alter sammeln Körperzellen, die keine Keimzellen sind (somatische Zellen), im Laufe der Zeit Mutationen an. Die Frage, welche langlebigen Zellpopulationen als Ausgangspunkt für Tumoren dienen, steht im Mittelpunkt der Forschung an der Schnittstelle von Altern und Krebs.
Folgen für die Früherkennung
Wenn Hauttumoren regelmäßig aus Follikel-Stammzellen entstehen, könnten Früherkennungsstrategien, die sich ausschließlich auf oberflächliche Hautveränderungen konzentrieren, die frühesten Stadien der Tumorentstehung übersehen. Ob sich dieser Befund in neue Vorsorgeansätze für Menschen übersetzen lässt, ist noch unklar; vorerst stammen die Belege aus einem Mausmodell und müssen an menschlichem Gewebe weiter validiert werden.
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