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Forschung · Herz & Gefäße

Hörgeräte mit geringerem Sterberisiko verbunden – große internationale Studie

Redaktion LongevityWatch · 26. Oktober 2026 · 2 min · English

Weltweit leben über eine Milliarde Menschen mit Hörverlust. Hörgeräte gelten als pragmatische Lösung. Doch neue Forschung im großem Maßstab legt nahe, dass der Nutzen weit über das Hören selbst hinausgeht.

Forschende haben Daten von knapp 14.000 Teilnehmenden aus Australien, Island und den Vereinigten Staaten zusammengeführt, um zu untersuchen, wie Hörverlust mit Sterblichkeit zusammenhängt und ob das Tragen eines Hörgeräts dabei eine Rolle spielt. Die Studie ergab, dass ein mittelschwerer bis schwerer Hörverlust mit einem um 55 bis 56 Prozent erhöhten Risiko für Gesamtmortalität verbunden war, verglichen mit normalem Gehör. Unter den Menschen mit Hörverlust wiesen jene, die ein Hörgerät trugen, ein deutlich geringeres Sterberisiko auf als jene ohne Gerät.

Herzerkrankungen und das Gehirn als mögliche Wirkpfade

Auch die kardiovaskuläre Sterblichkeit war bei Menschen mit Hörverlust erhöht. Die Forschenden schlagen zwei Erklärungen vor. Zum einen könnten Hörgeräteträger insgesamt gesundheitsbewusster leben. Zum anderen ist das Gehirn im Spiel: Unbehandelter Hörverlust beschleunigt nachweislich neurodegenerative Veränderungen – den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen –, was über verbundene neuronale Pfade wiederum das Herz-Kreislauf-System beeinflussen kann.

Für die Studie wurden Rohdaten aus mehreren großen Untersuchungsgruppen aus verschiedenen Ländern zusammengeführt und gemeinsam neu ausgewertet. Eine weitere Studie in Norwegen lieferte übereinstimmende Ergebnisse. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden lag bei knapp 62 Jahren. Der Datensatz umfasste auch jüngere Erwachsene zwischen 20 und 49 Jahren – eine Gruppe, die in früheren Studien häufig übersehen wurde.

Eine Beobachtungsstudie – kein Beweis für Kausalität

Bei der Studie wurden Menschen über einen Zeitraum beobachtet, ohne dass in ihr Leben eingegriffen wurde. Die Autoren können daher nicht belegen, dass Hörgeräte selbst das geringere Sterberisiko verursachen. Menschen, die sich für ein Hörgerät entscheiden, unterscheiden sich in gesundheitsrelevanter Hinsicht möglicherweise von jenen, die keines nutzen. Dennoch ist die Übereinstimmung der Befunde über mehrere Länder und Datensätze hinweg bemerkenswert. Aus Sicht der Forschung zum gesunden Älterwerden scheint ein unbehandelter Hörverlust ein Zeichen dafür zu sein, dass der Körper insgesamt stärker von altersbedingten Schäden betroffen ist. Ob die Behandlung von Hörverlust das Leben tatsächlich verlängert, muss die künftige Forschung zeigen.

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Suchbegriffe: Hörverlust Sterberisiko, neurodegenerative Veränderungen kardiovaskuläre Sterblichkeit, altersbedingter sensorischer Verlust Altern

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