Mittelmeerdiät steigert schützende Proteine aus den Mitochondrien
Ältere Erwachsene, die sich konsequent nach der Mittelmeerdiät ernähren, weisen höhere Blutspiegel zweier kleiner Proteine auf, die mit dem Schutz von Herz und Gehirn in Verbindung gebracht werden. Diese Proteine werden von den Mitochondrien produziert, den energieerzeugenden Organellen der Zelle.
Bei den Proteinen handelt es sich um Humanin und SHMOOSE, beide zählen zu den Mitokinen: Signalmoleküle, die Mitochondrien produzieren und in die Blutbahn abgeben. Die Studie ergab, dass ältere Erwachsene, die mehr Olivenöl, Fisch und Hülsenfrüchte zu sich nahmen und raffinierte Kohlenhydrate einschränkten, höhere Spiegel beider Proteine aufwiesen. Frühere Forschungsarbeiten brachten Humanin und SHMOOSE mit einem Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einer besseren kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter in Verbindung.
Mitochondrien als Signalzentrale
Mitochondrien galten lange als die Kraftwerke der Zelle. In den vergangenen zehn Jahren hat die Forschung gezeigt, dass sie auch aktiv chemische Signale in den Blutkreislauf senden. Mitokine, also Proteine, die Mitochondrien als Reaktion auf Umweltreize ausschütten, sind ein vergleichsweise junges Forschungsfeld. Die Ernährung scheint ihre Produktion zu beeinflussen, wenngleich der genaue Mechanismus noch nicht vollständig verstanden ist.
In der vorliegenden Studie wurde bewertet, wie konsequent ältere Teilnehmerinnen und Teilnehmer einem mediterranen Ernährungsmuster folgten. Diese Werte korrelierten mit den Blutspiegeln von Humanin und SHMOOSE. Olivenöl, Fisch und Hülsenfrüchte erwiesen sich dabei als die einflussreichsten Ernährungskomponenten.
Aussagekraft und Grenzen
Die Studie ist beobachtender Natur: Sie zeigt eine Assoziation auf, keine Kausalbeziehung. Menschen, die sich nach der Mittelmeerdiät ernähren, unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von jenen, die das nicht tun. Ob die Proteinspiegel steigen, weil die Ernährung die Mitochondrien anregt, oder ob gesündere Menschen schlicht dazu neigen, mehr Gemüse zu essen, lässt sich aus dieser Art von Studie nicht ableiten.
Dennoch ist der Befund für die Alternsforschung bedeutsam. Wenn die Ernährung die mitochondriale Signalgebung tatsächlich auf eine Weise beeinflusst, die Herz und Gehirn schützt, eröffnet das die Möglichkeit einer stärker personalisierten Ernährungsberatung auf der Grundlage messbarer biologischer Marker.
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