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Psilocybin reduziert Kokainsucht in Tiermodellen

Redaktion LongevityWatch · 12. Mai 2026 · 1 min · English

Der Wirkstoff aus Zauberpilzen verringert kokainbezogenes Suchverhalten in Tiermodellen. Das allein ist bemerkenswert. Was diesen Befund jedoch für die Longevity-Forschung besonders relevant macht, ist das, was er über den Zusammenhang zwischen alterndem Gehirn und Suchtverhalten verrät.

Psilocybin wird bereits als mögliche Behandlung bei Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen untersucht. Nun zeigt eine in Science veröffentlichte Studie, dass die Substanz auch die Kokainempfindlichkeit in Tiermodellen senkt. Die Forschenden führen dies auf Veränderungen in der Signalverarbeitung von Gehirnzellen über bestimmte Rezeptoren zurück (Serotoninrezeptor Typ 2A).

Sucht und Altern sind eng miteinander verknüpft. Chronischer Substanzkonsum beschleunigt Zellschäden, Entzündungsprozesse und den Abbau von Hirngewebe. Menschen mit langjährigen Suchterkrankungen sind biologisch häufig älter als ihr kalendarisches Alter. Behandlungen, die Suchtverhalten reduzieren, könnten daher auch dabei helfen, den Alterungsprozess in dieser Bevölkerungsgruppe zu verlangsamen.

Wie Psilocybin im Gehirn wirkt

Psilocybin bindet an dieselben Rezeptoren wie Serotonin. In höheren Dosen löst es vorübergehend die Grenze zwischen Sinneswahrnehmung und innerem Erleben auf. In niedrigeren Dosen, wie sie in manchen Therapieprotokollen eingesetzt werden, sind die Effekte subtiler. Offenbar erhöht die Substanz zeitweise die Plastizität des Gehirns, sodass sich eingeschliffene Verhaltensmuster leichter verändern lassen.

In der Kokain-Studie zeigte sich dieser Effekt als verringertes Drogensuchwverhalten nach der Psilocybin-Exposition. Ob dieser Mechanismus direkt auf den Menschen übertragbar ist, bleibt offen. Klinische Studien laufen, befinden sich jedoch noch in frühen Phasen.

Weiterreichende Bedeutung für die Hirnalterung

Gehirnregionen, die an der Verarbeitung von Belohnungsreizen und Suchtverhalten beteiligt sind – darunter der präfrontale Kortex und das Striatum – altern ebenfalls. Sie verlieren im Laufe der Zeit Verbindungen und reagieren langsamer. Therapien, die die Flexibilität dieser Bereiche wiederherstellen oder steigern, werden als mögliche Ansätze gegen kognitive Alterungsprozesse untersucht. Psilocybin steht in dieser Forschungslandschaft noch ganz am Anfang, doch das Feld wächst rasch.

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Suchbegriffe: psilocybin cocaine addiction aging

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