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Forschung · Herz & Gefäße

Seltene Genvariante senkt Herzerkrankungsrisiko um 60 Prozent

Redaktion LongevityWatch · 16. August 2026 · 1 min · English

Manche Menschen scheinen von Natur aus vor Stoffwechselerkrankungen geschützt zu sein. Eine neue Studie mit über einer Million Teilnehmern liefert nun mögliche Antworten. Eine seltene Mutation in einem einzigen Gen scheint das Risiko für Herzerkrankungen und Diabetes um bis zu 60 Prozent zu senken.

Forscher des Biotechnologieunternehmens Regeneron analysierten die proteinkodierenden Bereiche des Genoms von mehr als einer Million Menschen, verknüpft mit detaillierten Gesundheitsdaten. Anstatt mit einem Kandidatengen zu beginnen, nutzten sie das Verhältnis von Triglyceriden zu HDL-Cholesterin (TG:HDL) als Maß für den allgemeinen Stoffwechselzustand. Die Studie wurde in Nature veröffentlicht.

Ein höheres TG:HDL-Verhältnis war durchgehend mit einem schlechteren Stoffwechselprofil verbunden. Menschen mit höheren Ausgangswerten entwickelten in der Folge häufiger Typ-2-Diabetes, Herzinfarkte und Lebererkrankungen. Diese Zusammenhänge bestätigten sich über mehrere Bevölkerungsgruppen hinweg.

Das auffällige Gen

Die Analyse identifizierte 59 Gene, in denen seltene, proteinverändernde Varianten messbare Auswirkungen auf TG:HDL hatten. Eines stach dabei heraus: FNIP1 (Folliculin-interacting protein 1). Träger einer bestimmten seltenen Mutation in diesem Gen wiesen ein deutlich günstigeres Stoffwechselprofil auf. Nachfolgende Experimente in menschlichen Leberzellen und an Mäusen klärten, wie dieses Gen den Energiestoffwechsel reguliert, und verweisen damit auf ein potenzielles therapeutisches Ziel.

Von den 59 identifizierten Genen sind 31 bereits bekannte Angriffspunkte für Medikamente, und 23 werden bereits durch zugelassene Wirkstoffe oder Präparate in der Entwicklung adressiert. Das macht diese Forschung praktisch relevant: Für einige dieser Gene existieren bereits Werkzeuge, um ihre Aktivität zu beeinflussen.

Was das für das Altern bedeutet

Stoffwechselstörungen, also die schrittweise Beeinträchtigung der körpereigenen Energieverarbeitung, gehören zu den zentralen Prozessen beim Altern. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Lebererkrankungen nehmen mit dem Alter deutlich zu. Wenn ein einzelnes Gen ein um 60 Prozent geringeres Risiko für solche Erkrankungen bewirkt, bietet das eine konkrete Richtung für die Medikamentenentwicklung. Die Forscher betonen jedoch, dass vor einer klinischen Anwendung weitere Bestätigungsstudien notwendig sind.

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Suchbegriffe zur weiteren Recherche: FNIP1 energy metabolism, TG:HDL metabolic risk, rare variant exome association

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