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Forschung · Alterungsuhren

Splicing-Faktor SRSF1 verlangsamt das Altern bei Würmern und Mäusen

Redaktion LongevityWatch · 16. Oktober 2026 · 1 min · English

Lässt sich das biologische Alter einer Zelle zurückdrehen, ohne ihre Identität zu löschen? Das klingt nach Zukunftsmusik – doch Forschende haben einen Schritt in diese Richtung gemacht. Ein Protein, das am Ablesen der DNA beteiligt ist, spielt dabei eine überraschende Rolle.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben in einer groß angelegten Screening-Studie Hunderte von Faktoren daraufhin untersucht, ob sie das Transkriptom einer Zelle – also die Gesamtheit der aktiven Gene – verjüngen können, ohne den Zelltyp zu verändern. Das Protein, das dabei herausstach, ist SRSF1: ein Splicing-Faktor, also ein Protein, das mitbestimmt, welche Teile des genetischen Bauplans tatsächlich genutzt werden. Die Studie, veröffentlicht in Nature Aging, zeigt, dass SRSF1 das transkriptomische Alter von Zellen in der Zellkultur senkt und dass eine höhere Aktivität dieses Proteins sowohl bei Würmern als auch bei Mäusen mit langsamerem Altern verbunden ist.

Was ist ein Splicing-Faktor?

Gene werden in Zellen nicht direkt in Proteine umgewandelt. Dazwischen liegt ein Zwischenschritt: Die Boten-RNA wird bearbeitet – bestimmte Abschnitte bleiben erhalten, andere werden herausgeschnitten. Dieser Vorgang heißt Splicing. SRSF1 ist eines der Proteine, die ihn steuern. Im Laufe des Alterns wird dieser Prozess ungenauer, was zu größerer Variabilität in der Genaktivität zwischen einzelnen Zellen führt. SRSF1 scheint diesen Prozess zu stabilisieren.

Vorsichtiger Optimismus

Die Studie überzeugt durch ihren Umfang: Das Screening erfasste viele Faktoren, und die Befunde wurden in mehreren Modellsystemen bestätigt. Dennoch gilt: Die Ergebnisse basieren auf Zellkulturen, Würmern und Mäusen – nicht auf Menschen. Ob eine gezielte Beeinflussung von SRSF1 beim Menschen sicher und wirksam wäre, muss die Forschung erst noch zeigen.

Für die Longevity-Forschung ist der Befund deshalb bemerkenswert, weil er nahelegt, dass das Transkriptom nicht unwiderruflich altert. Ein molekularer Schalter könnte diesen Prozess verlangsamen, ohne die Identität der Zelle zu löschen – und damit einen Weg für künftige Anti-Aging-Therapien eröffnen.

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