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Warum steigt das Krebsrisiko mit dem Alter?

Krebs tritt im höheren Alter häufiger auf, weil sich DNA-Schäden anhäufen, das Immunsystem nachlässt und geschädigte Zellen ihr Umfeld stören können. Das lässt sich nicht vollständig verhindern, aber Risikofaktoren zu reduzieren und Früherkennungsprogramme zu nutzen hilft, Krebs rechtzeitig zu entdecken.

Altern ist der größte einzelne Risikofaktor für Krebs. Dafür gibt es keine einzige Ursache, sondern ein Zusammenspiel von Prozessen, die sich über Jahrzehnte aufschichten.

DNA wird ständig beschädigt: von innen durch den Stoffwechsel, von außen durch Umwelteinflüsse. In jungen Jahren arbeiten die Reparaturmechanismen noch zuverlässig. Mit der Zeit werden sie langsamer, und die Schäden häufen sich. Zellen mit zu vielen irreparablen Fehlern stellen die Teilung ein, verschwinden aber nicht immer. Sie verharren in einer Art Ruhezustand und schütten Botenstoffe aus, die benachbarte gesunde Zellen zur Entartung treiben können.

Das Immunsystem verliert im Laufe des Lebens an Schlagkraft. Es erkennt veränderte Zellen schlechter und räumt sie weniger zuverlässig aus dem Weg. Gleichzeitig schwelt eine niedriggradige Entzündung im Körper, die Tumorwachstum begünstigt. Hinzu kommen epigenetische Veränderungen, also Verschiebungen darin, welche Gene an- oder abgeschaltet sind, ohne dass sich die DNA-Sequenz selbst ändert, sowie Veränderungen in der Zusammensetzung der Darmflora.

Nicht alle Alterungsprozesse fördern Krebs. Die Schutzkappen der Chromosomen, die sogenannten Telomere, verkürzen sich mit jeder Zellteilung, und Stammzellen erschöpfen sich mit der Zeit. Das begrenzt, wie oft sich Zellen noch teilen können, und senkt dadurch das Entartungsrisiko. Dieser Mechanismus könnte erklären, warum Menschen über neunzig manchmal eine leicht niedrigere Krebsrate aufweisen, obwohl dazu bisher nur begrenzte Daten vorliegen.

Die Beziehung wirkt auch in die andere Richtung: Krebs selbst und seine Behandlung können den Alterungsprozess beschleunigen. Am besten belegt ist das bei Menschen, die als Kind oder junger Erwachsener an Krebs erkrankt und überlebt haben.

Die Belege
7 Studien · 1 Meta-Analyse

Alle Aussagen stützen sich auf Reviews. In den zugrundeliegenden Quellen gibt es keine randomisierten Studien oder Metaanalysen, die Kausalität direkt prüfen. Die Richtung der Zusammenhänge ist biologisch gut begründet und über mehrere Reviews hinweg konsistent, doch der genaue relative Beitrag der einzelnen Mechanismen bleibt unsicher.

Zuletzt geprüft: August 2026 · wie das beurteilt wurde
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