Wie Immunzellen ihre DNA umstrukturieren, um bessere Antikörper herzustellen
Das Immunsystem lernt aus jeder Infektion, der es begegnet. Diese Fähigkeit beruht auf einem Prozess, bei dem Immunzellen ihre eigene DNA gezielt mutieren, um immer wirksamere Antikörper zu produzieren. Neue Forschungsergebnisse zeigen, wie die dreidimensionale Struktur des Zellkerns steuert, wo genau das geschieht.
B-Zellen sind die Immunzellen, die Antikörper produzieren. Um diese Antikörper kontinuierlich zu verbessern, führt die Zelle gezielte Mutationen in einem bestimmten Abschnitt ihrer DNA ein – ein Vorgang, der als somatische Hypermutation (SHM) bezeichnet wird. Wie die Zelle entscheidet, welcher Teil der DNA mutiert wird und welcher nicht, war lange unklar. Die Forscher berichten in Science, dass die dreidimensionale Organisation der DNA im Zellkern der entscheidende Faktor ist: Ein Mechanismus namens Loop-Extrusion bringt die Zielregion in Kontakt mit der Mutationsmaschinerie.