Wiederholte Altersuhr-Messungen sagen Sterblichkeit besser voraus
Eine einzelne Altersuhr-Messung sagt nur wenig aus. Verfolgt man dieselbe Uhr jedoch über die Zeit, erhält man plötzlich etwas weitaus Nützlicheres: einen direkten Einblick darin, wie schnell jemand tatsächlich altert.
Epigenetische Uhren (Werkzeuge, die das biologische Alter anhand von Mustern in der DNA-Methylierung schätzen) werden seit Jahren in Bevölkerungsstudien eingesetzt. Für Einzelpersonen war ihr Nutzen bislang jedoch begrenzt: Einzelmessungen schwanken erheblich, und es ist unklar, was eine Abweichung vom kalendarischen Alter in der Praxis tatsächlich bedeutet.
Die Studie, die auf der italienischen InCHIANTI-Kohorte basiert, zeigt, dass die Veränderung der Uhr-Werte über die Zeit ein stärkerer Prädiktor für die Sterblichkeit ist als jede Einzelmessung. Personen, deren biologisches Alter schneller als der Durchschnitt voranschritt, hatten in den darauffolgenden Jahren ein höheres Sterberisiko. Das klingt zwar naheliegend, war jedoch bislang noch nicht mit Langzeit-Follow-up-Daten belegt worden.
Was misst die DNA-Methylierung eigentlich?
DNA-Methylierung ist eine chemische Modifikation der DNA, die die Genaktivität reguliert, ohne den zugrundeliegenden genetischen Code zu verändern. Mit zunehmendem Alter verschieben sich Methylierungsmuster auf vorhersehbare Weise. Algorithmen, die diese Muster auslesen, werden als epigenetische Uhren bezeichnet. Sie schätzen das biologische Alter, enthalten aber auch statistisches Rauschen.
Durch den Vergleich von Messungen zu zwei verschiedenen Zeitpunkten wird dieses Rauschen teilweise herausgefiltert. Was bleibt, ist ein Maß für die individuelle Alterungsrate der jeweiligen Person. In der InCHIANTI-Studie korrelierte diese Rate signifikant mit der Wahrscheinlichkeit, in den folgenden Jahren zu sterben.
Bedeutung für die Langlebigkeitsforschung
Das hat praktische Konsequenzen. Beim Testen von Interventionen wie Medikamenten, Lebensstiländerungen oder Nahrungsergänzungsmitteln wollen Forschende wissen, ob eine Behandlung das Alterungstempo beeinflusst. Eine Messung vor und eine nach einer Behandlung liefert mehr Informationen als eine einzelne Momentaufnahme allein. Das macht wiederholte Uhrmessungen zu einem attraktiveren Ergebnismaß für klinische Studien.
Die Forschenden betonen, dass dies noch kein endgültiger Beweis dafür ist, dass die Uhren für den klinischen Einsatz bereit sind. Es legt jedoch ein solideres Fundament für diese künftige Anwendung.
Selbst recherchieren?
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