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Zucker trieb die menschliche Evolution stärker voran als bislang bekannt

Redaktion LongevityWatch · 8. August 2026 · 1 min · English

Zucker hat in der heutigen Ernährungsdebatte einen schlechten Ruf. Doch eine neue Analyse in Science argumentiert, dass Kohlenhydrate und Zucker eine zentrale Rolle in der menschlichen Evolution gespielt haben – mit Konsequenzen für unser Verständnis von Alterung und Stoffwechselerkrankungen.

Forschende haben in Science eine umfassende Analyse zur Rolle von Nahrungszucker in der menschlichen Evolutionsgeschichte veröffentlicht. Die Studie legt dar, dass der Mensch spezifische genetische Anpassungen entwickelt hat, um Zucker effizient zu verarbeiten – Anpassungen, die vermutlich für den hohen Energiebedarf des großen menschlichen Gehirns und die einzigartige menschliche Fortpflanzungsstrategie entscheidend waren.

Im Vergleich zu anderen Primaten tragen Menschen mehr Kopien des Gens für Amylase, ein Enzym, das im Mund mit dem Abbau von Stärke zu Zucker beginnt. Dies deutet auf eine lange Ko-Evolution des Menschen mit kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln hin, darunter Knollen, Früchte und später Getreide. Die Forschenden argumentieren, dass Zucker kein Nebenprodukt der menschlichen Evolution war, sondern ein aktiver Treiber.

Von der evolutionären Anpassung zum modernen Problem

Dieselben Anpassungen, die unseren Vorfahren das Überleben sicherten, könnten in einer Umgebung mit konstantem Zuckerüberfluss zu Stoffwechselproblemen wie Insulinresistenz beitragen. Insulinresistenz ist ein Zustand, bei dem Zellen weniger empfindlich auf das Hormon Insulin reagieren, was zu erhöhten Blutzuckerwerten und langfristig zu einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes sowie beschleunigter Alterung führt.

Die Autoren legen nahe, dass genetische Variationen in Genen für die Zuckerverarbeitung mitbestimmen, wie anfällig einzelne Menschen für diese Stoffwechselerkrankungen sind. Das ist für die Langlebigkeitsforschung relevant: Die biologische Alterungsrate hängt teilweise mit der Stoffwechselgesundheit zusammen, und die Stoffwechsel-Anfälligkeit hat eine teilweise genetische Grundlage, die sich über die Evolutionsgeschichte erschließen lässt.

Was diese Studie nicht aussagt

Bei der Studie handelt es sich um eine evolutionäre Analyse, nicht um eine klinische Interventionsstudie. Sie gibt keine Empfehlung zur Zuckeraufnahme. Die Ergebnisse erklären, warum Menschen Zucker so effizient verarbeiten, nicht aber, ob Zucker im heutigen Kontext vorteilhaft oder schädlich ist. Diese Unterscheidung ist wichtig: Evolutionärer Vorteil und heutiger Gesundheitseffekt sind nicht dasselbe.

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