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Forschung · Alterungsuhren

Alterungsuhren messen biologisches Alter in Bevölkerungsgruppen mit gemischter Abstammung falsch

Redaktion LongevityWatch · 5. August 2026 · 1 min · English

Tests, die das biologische Alter anhand chemischer Markierungen auf der DNA schätzen, liefern bei Menschen mit gemischter genetischer Abstammung ungenaue Ergebnisse. Das ist ein Problem, da diese Uhren zunehmend zur Vorhersage von Krankheitsrisiken eingesetzt werden.

Alterungsuhren sind Werkzeuge, die das biologische Alter anhand von Methylierungsmustern schätzen – also anhand chemischer Markierungen auf der DNA, die regeln, welche Gene aktiv sind. Das biologische Alter kann vom kalendarischen Alter abweichen und ist mit dem Risiko für Erkrankungen wie Alzheimer verknüpft. Diese Uhren werden bereits in der Forschung eingesetzt und finden zunehmend auch Eingang in die klinische Praxis.

Doch die Studie, die in eLife veröffentlicht wurde, zeigt, dass diese Uhren bei Menschen afrikanischer oder lateinamerikanischer Abstammung deutlich ungenauer arbeiten. Die Forschenden analysierten Daten von mehr als dreitausend Personen aus mehreren Datensätzen, darunter afroamerikanische, hispanische und europäischstämmige Menschen. In Gruppen mit einem nennenswerten afrikanischen Anteil am Erbgut konnte keine der getesteten Uhren bei Alzheimer-Patienten zuverlässig eine beschleunigte Alterung im Vergleich zu Kontrollpersonen nachweisen.

Warum versagen die Uhren?

Die Forschenden gingen der Ursache nach. Sie stellten fest, dass sich die Methylierungsmuster an den spezifischen DNA-Stellen, auf die sich die Uhren stützen, zwischen Bevölkerungsgruppen mit afrikanischem und europäischem genetischem Hintergrund systematisch unterscheiden. Das liegt zum Teil daran, dass genetische Varianten (bekannt als meQTLs), die die Methylierung an diesen Stellen beeinflussen, bei Menschen afrikanischer Abstammung häufiger vorkommen.

Folgen für die Praxis

Die Uhren wurden überwiegend an Bevölkerungsgruppen europäischer Abstammung entwickelt und validiert. Ihre Anwendung auf breitere Bevölkerungsgruppen kann zu ungenauen Risikoeinschätzungen führen. Menschen mit gemischter Abstammung könnten fälschlicherweise als biologisch jünger oder älter eingestuft werden. Die Forschenden fordern, die Uhren anhand genetisch vielfältiger Datensätze neu zu trainieren. Bis dahin sollten Ergebnisse bei diversen Bevölkerungsgruppen mit Vorsicht interpretiert werden.

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