Blutproteine der Maus zeigen gemeinsame Alterungsmarker beim Menschen
Forschende wollen verstehen, wie sich das Blut im Laufe des Lebens verändert. Das ist schwierig: Ein Menschenleben dauert Jahrzehnte, eine Maus lebt nur zwei Jahre. Eine neue Messmethode verbindet nun beide Vorteile.
Wissenschaftler haben eine Methode entwickelt, mit der sich knapp 4.000 Proteingruppen in nur 20 Mikrolitern Mausblut – weniger als ein einziger Tropfen – messen lassen. Sie kombinierten eine Technik, bei der Nanopartikel schwach vorhandene Proteine anreichern, mit einem weiterentwickelten massenspektrometrischen Messverfahren. Die Studie wurde in Nature Aging veröffentlicht. Dreißig Mäuse aus drei Altersgruppen (12, 24 und 30 Monate) wurden in einer Querschnittsanalyse untersucht.
Proteine, die sich auch beim Menschen verändern
Mehrere alterungsassoziierte Proteine, die bei Mäusen identifiziert wurden, tauchten auch in einer großen menschlichen Altersstudie auf – der Baltimore Longitudinal Study of Aging. Ein bestimmtes Blutprotein war zudem mit Gebrechlichkeit bei älteren Menschen verbunden. Das deutet darauf hin, dass einige Alterungsprozesse im Blut bei Mäusen und Menschen ähnlich ablaufen könnten, wenngleich die gemeinsamen Belege dafür noch begrenzt sind.
Methode durch Zytokin-Messung ergänzt
Die Massenspektrometrie erfasst kleine Immunbotenstoffe (Zytokine) nicht zuverlässig, weil diese in zu geringen Konzentrationen vorkommen. Die Forschenden ergänzten das Verfahren daher um einen komplementären Test, der 43 Zytokine in nur 1 Mikroliter zusätzlichem Blut maß. Das ergibt ein vollständigeres Bild des Alterungsprozesses im Blut. Die Forschenden weisen darauf hin, dass die Proteomik-Daten aus einer Querschnittsanalyse stammen: Die Mäuse wurden zu einem einzigen Zeitpunkt gemessen, nicht wiederholt über ihre gesamte Lebensspanne verfolgt.
Willst du selbst weitersuchen?
Suche zum Beispiel nach:
- zirkulierendes Proteom Alterungsmodell Maus
- Nanopartikel Massenspektrometrie Blutproteine
- biologische Alterungsbiomarker translationale Forschung