Darmprodukt TMAO erhöht das Vorhofflimmern-Risiko
Was Darmbakterien produzieren, wirkt direkt ins Herz. Eine Verbindung, die das Darmmikrobiom aus bestimmten Nahrungsmitteln herstellt, scheint mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern zusammenzuhängen – einer häufigen und gefährlichen Herzrhythmusstörung.
Die Verbindung heißt TMAO, kurz für Trimethylamin-N-Oxid. Darmbakterien produzieren TMAO aus Cholin und L-Carnitin, Substanzen, die vor allem in rotem Fleisch und Eiern vorkommen. TMAO gelangt in den Blutkreislauf und hat bereits zuvor Aufmerksamkeit auf sich gezogen, weil es möglicherweise eine Rolle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt. Neue Erkenntnisse, die im Fight Aging!-Newsletter vorgestellt werden, deuten nun auf einen Zusammenhang mit Vorhofflimmern hin – einer Herzrhythmusstörung, bei der die Vorhöfe unregelmäßig schlagen.
Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Arrhythmien bei älteren Menschen und erhöht das Risiko für Schlaganfall und Herzinsuffizienz. Die Forscher stellten fest, dass höhere TMAO-Spiegel im Blut mit einem erhöhten Risiko verbunden waren, diese Erkrankung zu entwickeln. Ob TMAO die Störung verursacht oder lediglich ein Marker für andere Risikofaktoren ist, wurde bislang nicht geklärt.
Warum Darmbakterien das Herz beeinflussen
Das Darmmikrobiom ist ein komplexes Ökosystem, das den Stoffwechsel seines Wirts beeinflusst. TMAO veranschaulicht, wie die bakterielle Umwandlung gewöhnlicher Nährstoffe Verbindungen mit potenziell ungünstigen Wirkungen hervorbringen kann. Entzündungsprozesse und Veränderungen in den Herzmuskelzellen wurden als mögliche Zwischenmechanismen vorgeschlagen, der genaue Wirkmechanismus bleibt jedoch unklar.
Die Zusammensetzung des Darmmikrobioms verändert sich mit dem Alter. Ältere Menschen verfügen im Durchschnitt über ein weniger vielfältiges Mikrobiom, was die TMAO-Produktion beeinflussen kann. Dies macht die Wechselwirkung zwischen TMAO, Mikrobiom und Herz aus einer Alterungsforschungs-Perspektive besonders relevant.
Was das in der Praxis bedeutet
Ernährungsweisen mit viel Cholin und L-Carnitin – etwa solche mit hohem Anteil an rotem Fleisch – steigern die TMAO-Produktion. Stärker pflanzenbasierte Ernährung ist mit niedrigeren TMAO-Spiegeln verbunden, wobei auch hier die Daten rein beobachtungsbezogen sind. Direkte Ernährungsempfehlungen lassen sich aus dieser Art von Forschung nicht ableiten; dafür sind zunächst randomisierte Studien erforderlich.
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