Exosomen-Therapie begrenzt Narbenbildung nach Herzinfarkt
Nach einem Herzinfarkt erholt sich das Herz nur schlecht. Geschädigtes Gewebe bildet Narbengewebe und schwächt die Pumpfunktion dauerhaft. Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass winzige Vesikel aus Stammzellen diesen Prozess verlangsamen könnten.
Forschende haben eine Therapie auf Basis extrazellulärer Vesikel entwickelt, auch bekannt als Exosomen -- kleine Partikel, die Zellen absondern. Diese wurden aus Knochenmark-Stromazellen gewonnen und nach einem künstlich ausgelösten Herzinfarkt an Mäusen und Schweinen getestet. Bei Mäusen blieb die linksventrikuläre Ejektionsfraktion besser erhalten, und die kardiale Fibrose -- also die Bildung von steifem Narbengewebe -- war reduziert.
Schweine und ein neues Bildgebungsverfahren
In einem Schweinemodell, das der menschlichen Herzgröße deutlich näher kommt, wurde die Therapie über die Koronararterie verabreicht. Auch hier zeigten die Ergebnisse eine herzschützende Wirkung. Parallel dazu entwickelten die Forschenden eine Bildgebungsplattform, um die Fibrose-Aktivität bei Herzinfarktpatienten über die Zeit zu verfolgen. Erste Beobachtungen an Patienten deuten darauf hin, dass die Myofibroblasten-Aktivierung -- der zelluläre Prozess, der für die Narbengewebebildung verantwortlich ist -- bis zu zwei Monate nach dem Ereignis anhält.
Dieser Befund ist bedeutsam: Wenn der Vernarbungsprozess so lange aktiv bleibt, ergibt sich ein breiteres therapeutisches Zeitfenster für eine Intervention.
Was das für alternde Herzen bedeutet
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei älteren Menschen. Mit zunehmendem Alter erholt sich das Herz nach Schäden immer schlechter. Therapien, die die Narbenbildung begrenzen und die Pumpfunktion erhalten, sind daher für die Longevity-Forschung von unmittelbarer Relevanz. Die in Cell Stem Cell veröffentlichte Studie ist vorläufig. Der Weg von Tiermodellen zur klinischen Anwendung beim Menschen ist noch weit, und Ergebnisse aus randomisierten Studien am Menschen liegen bislang nicht vor.
Dennoch stellt die Kombination aus einem therapeutischen Ansatz und einem passenden diagnostischen Bildgebungswerkzeug einen bemerkenswerten Schritt hin zu einer personalisierten Herzversorgung nach Herzinfarkten dar.
Suchbegriffe: extracellular vesicles cardiac fibrosis, myofibroblast heart remodeling, mesenchymal stromal cell exosome therapy