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Was macht chronischer Schlafmangel langfristig mit deinem Herz?

Chronischer Schlafmangel erhöht das Herzinfarkt- und Bluthochdruckrisiko nachweislich, und genetische Studien machen einen ursächlichen Zusammenhang plausibel. Sieben bis acht Stunden pro Nacht ist die Zone mit dem niedrigsten Risiko – sorge dafür, dass du dauerhaft in diesem Bereich bleibst.

Wer dauerhaft weniger als 6–7 Stunden schläft, erhöht sein Herzinfarktrisiko um etwa 20 %. Das zeigen mehrere große Untersuchungen mit Millionen von Teilnehmern. Genetische Studien bestätigen diesen Zusammenhang als wahrscheinlich ursächlich: Weniger Schlaf führt demnach direkt zu mehr Herzschäden, es handelt sich nicht bloß um eine statistische Begleiterscheinung. Bei Menschen mit bestehender koronarer Herzkrankheit ist Schlafmangel außerdem mit einem 44–48 % höheren Sterberisiko verbunden, wobei dieser Befund aus Untersuchungen stammt, die oorzaak und gevolg nicht abschließend belegen können.

Bluthochdruck ist eine weitere hartnäckige Folge. Wer chronisch zu kurz schläft, hat im Durchschnitt ein 17 % höheres Risiko für Bluthochdruck. Auch hier deutet die genetische Forschung auf einen ursächlichen Zusammenhang hin, nicht auf Zufall oder umgekehrte Kausalität.

Schlafmangel schädigt das Herz über mehrere Wege gleichzeitig: erhöhter Zellschaden durch freie Sauerstoffradikale, gesteigerte Entzündungsaktivität, gestörte Blutgerinnung, beschleunigte Arterienverkalkung und ein fehlreguliertes autonomes Nervensystem, das den Herzrhythmus steuert. Diese Mechanismen verstärken sich wahrscheinlich gegenseitig.

Für Schichtarbeiter kommt eine zusätzliche Belastung hinzu: Sie haben ein 23 % höheres Risiko für koronare Herzkrankheit. Ob dafür allein die Schlafstörung verantwortlich ist oder auch andere Bedingungen des Schichtbetriebs eine Rolle spielen, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht vollständig trennen.

Mehr Schlaf ist nicht zwangsläufig besser. Immer wieder zeigt sich eine U-förmige Kurve: Das niedrigste Risiko liegt bei 7–8 Stunden pro Nacht. Langes Schlafen von mehr als 9 Stunden hängt in einigen Untersuchungen zwar mit mehr Herzproblemen zusammen, genetische Studien finden dafür jedoch keinen ursächlichen Zusammenhang. Wahrscheinlich ist langes Schlafen häufiger Folge einer bereits bestehenden Erkrankung als deren Ursache. Für ein erhöhtes Vorhofflimmerrisiko bei Kurzschläfern gibt es erste Hinweise; diese Befunde sind aber weniger belastbar als die übrige Evidenz.

Die Belege
8 Studien · 2 Meta-Analysen

Zwei Untersuchungen (PMID 27336192, 27743803), ergänzende Studien sowie genetische Studien (PMID 31488267, 33822910), zwei mechanistische Reviews (PMID 27397854, 32951993), ein Review zu Schichtarbeit (PMID 27803010) und eine Studie an Personen mit bestehender koronarer Herzkrankheit (PMID 30598240).

Zuletzt geprüft: August 2026 · wie das beurteilt wurde
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