Bringt eine Nachtcreme wirklich etwas?
Eine Nachtcreme verbessert die Hautfeuchtigkeit und kann bei konsequenter Anwendung auch sichtbar auf Falten, Poren und Hautton wirken. Wähle ein Produkt, das zu deinem spezifischen Hautproblem passt, denn nicht alle Cremes wirken gleich.
Eine umfassende Abendroutine mit Nachtcreme schneidet besser ab als eine reine Basisroutine aus Reiniger und Tagescreme. Nach vier Wochen wiesen die 49 Frauen, die zusätzlich eine Nachtcreme verwendeten, eine bessere Hautfeuchtigkeit auf – sowohl an der Oberfläche als auch in tieferen Hautschichten –, weniger Rauheit, kleinere Poren und weniger Krähenfüße um die Augen.
Der am verlässlichsten belegte Nutzen ist die Feuchtigkeitsversorgung. In einer Vergleichsstudie mit 72 Frauen verbesserten alle drei getesteten Kombinationen aus Tages-, Nacht- und Augencreme die Hautfeuchtigkeit nach 28 Tagen. Verbesserungen bei Elastizität und Faltenausprägung fielen je nach Produkt unterschiedlich aus. Eine der drei Marken löste häufiger Nebenwirkungen aus – ein Hinweis darauf, dass nicht jedes Produkt gleich gut verträglich ist.
Bei Pigmentflecken und ungleichmäßigem Hautton kann eine Nachtcreme mit einem Wirkstoff wie Thiamidol – einem Hemmer des melaninbildenden Enzyms – zusätzlich zur täglichen Sonnencreme einen messbaren Unterschied machen. Nach 8 bis 12 Wochen waren die Ergebnisse bei 95 Teilnehmern sichtbar besser als bei alleinigem UV-Schutz.
Bei Rosacea zeigt die Datenlage einen interessanten Unterschied zwischen 'natürlichen' und 'synthetischen' Formulierungen. Eine Nachtcreme mit pflanzlichen Ölen und botanischen Entzündungshemmern reduzierte Rötungen und Pickel stärker als eine synthetische Variante. Allerdings senkte die natürliche Creme gleichzeitig die Hautfeuchtigkeit, während die synthetische sie erhöhte. Wer unter Rosacea leidet, sollte das mit einem Dermatologen besprechen, denn 'natürlich' bedeutet hier nicht automatisch 'besser'.
Eine kleine Studie mit 15 Freiwilligen untersuchte eine Nachtcreme mit Eselsmilch in mikroskopisch kleinen Kapseln. Diese Creme verbesserte die Hautfeuchtigkeit etwas schneller als eine Tagescreme. Die Gruppe war jedoch zu klein, um daraus belastbare Schlüsse zu ziehen.
Alle Aussagen stammen aus vergleichsweise kleinen Humanstudien mit 15 bis 95 Teilnehmern und ohne Langzeitnachbeobachtung. Die meisten Studien testen eine Kombination aus Tages- und Nachtpflege, weshalb sich der isolierte Effekt der Nachtcreme allein kaum bestimmen lässt. Keine der Studien ist eine große unabhängige RCT oder Metaanalyse.