Hilft Berberin beim Abnehmen?
Berberin führt in manchen Studien zu einer bescheidenen Gewichtsabnahme, doch eine große, methodisch solide Studie fand keinen Effekt auf viszerales Bauchfett. Als Abnehmmittel taugt es kaum, kann aber bei erhöhtem Cholesterin oder Typ-2-Diabetes zusätzliche Vorteile bringen.
Berberin senkt das Körpergewicht in Metaanalysen zwar messbar, doch die Effekte sind gering und die Ergebnisse widersprüchlich. Eine Metaanalyse aus zwölf randomisierten Studien ermittelte eine durchschnittliche Abnahme von 2,07 kg, während eine andere mit zehn Studien keinen signifikanten Gewichtsverlust fand. Eine neuere Metaanalyse über 23 Studien kam auf gerade einmal 0,88 kg. Wer spektakuläre Resultate erwartet, wird enttäuscht.
Bei zwei anderen Messgrößen ist das Bild etwas einheitlicher. Der Bauchumfang sank in mehreren Metaanalysen im Schnitt um 1 bis knapp 3 cm, der BMI um 0,29 bis 0,48 kg/m². Statistisch signifikant, aber letztlich klein.
Ernüchternd ist eine große doppelblinde Studie mit 337 Teilnehmern über sechs Monate: Bei Menschen mit Adipositas und Fettleber reduzierte Berberin (1 Gramm pro Tag) weder das viszerale Bauchfett noch das Leberfett stärker als ein Placebo. Dieses Ergebnis wiegt besonders schwer, weil die Studie methodisch solide war und genau die Gruppe untersuchte, die am meisten hätte profitieren sollen. Berberin senkte in derselben Studie allerdings LDL-Cholesterin und einen weiteren Blutfettwert signifikant.
Bei Menschen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes schnitt eine Kombination aus Berberin und dem Pflanzenextrakt Silymarin in einer einjährigen Studie mit 136 Teilnehmern besser ab: Bauchfett, BMI, Bauchumfang und Blutzucker verbesserten sich signifikant. Ob Berberin allein bei dieser Gruppe denselben Effekt erzielt, lässt sich daraus nicht ableiten.
Berberin scheint kurzfristig gut verträglich zu sein. In der großen Studie unterschieden sich die Nebenwirkungen kaum von denen der Placebogruppe. Magen-Darm-Beschwerden traten am häufigsten auf, klangen aber bereits im ersten Monat ab. Zu den Langzeiteffekten bei dauerhafter Einnahme gibt es bisher nur wenige Daten.
Basiert auf mehreren Metaanalysen randomisierter Studien sowie einer großen doppelblinden RCT (337 Teilnehmer). Die Studien unterscheiden sich erheblich in Teilnehmerpopulation, Dosierung und Dauer, was die widersprüchlichen Ergebnisse zum Teil erklärt.