Hilft Kollagen wirklich gegen Falten?
Die Einnahme von hydrolysiertem Kollagen reduziert Falten und verbessert Feuchtigkeit sowie Elastizität, wobei die Effekte moderat ausfallen und eine feste Dosierung noch nicht feststeht. Die meisten Studien verwendeten 2,5 bis 10 Gramm pro Tag über 8 bis 16 Wochen; Marketingversprechen über spektakuläre Hautverjüngung sind übertrieben.
Zwei große Auswertungen mit zusammen mehreren Dutzend doppelblinden, placebokontrollierten Studien zeigen: Menschen, die täglich hydrolysiertes Kollagen einnehmen, haben nach 8 bis 16 Wochen weniger sichtbare Falten als Menschen mit Placebo. Auch Hautfeuchtigkeit und Hautelastizität verbesserten sich in mehreren dieser Auswertungen deutlich messbar. Das sind echte klinische Studien, keine Marketinggeschichten.
Die Ergebnisse verdienen dennoch eine Einordnung. Die meisten Teilnehmenden waren Frauen, die Dosierungen lagen zwischen 2,5 und 10 Gramm pro Tag, und die Studien unterschieden sich stark in Aufbau und Messmethoden. Eine kleinere Studie mit 87 Frauen, die 16 Wochen lang 5 Gramm täglich einnahmen, zeigte keine Verbesserung bei Elastizität oder Feuchtigkeit, wohl aber bei Faltentiefe und Hauttextur. Die zusätzliche Einnahme von Hyaluronsäure brachte in dieser Studie keinen weiteren Nutzen.
Wie oral eingenommenes Kollagen überhaupt in der Haut wirkt, ist bisher nur in Tierversuchen gut untersucht: Es gibt Hinweise, dass das Kollagengeflecht der Haut nach vier Wochen dichter wird und weniger abbaut. Ob das allein auf das Nahrungsergänzungsmittel zurückgeht oder teilweise auf begleitende Stoffe wie Vitamin C, bleibt auch in den Humanstudien offen. Eine einheitliche Dosierungsempfehlung existiert bislang nicht.
Was Unternehmen und Social Media versprechen, geht systematisch über das hinaus, was die Wissenschaft zeigt. Behauptungen wie 'Falten verschwinden' oder 'Hautverjüngung' werden durch die Studien nicht gestützt. Belegt sind statistisch messbare Verbesserungen, aber keine dramatischen Veränderungen. Nebenwirkungen wurden kaum gemeldet, Daten zur Langzeitsicherheit fehlen jedoch.
Basierend auf zwei Metaanalysen (19 bzw. 26 randomisierten kontrollierten Studien), einem systematischen Review (11 randomisierte kontrollierte Studien) und mehreren Einzelstudien. Die Gesamtzahl der Teilnehmenden wird studienübergreifend auf rund 3000 geschätzt. Die Mehrheit der Teilnehmenden war weiblich; methodologische Unterschiede zwischen den Studien sind eine durchgängige Einschränkung.