Hilft Retinol gegen Falten?
Retinol wirkt nachweislich gegen Falten und verbessert die Hauttextur; wer ein Rezept bekommen kann, erzielt mit Tretinoin stärkere Effekte. Bei Reizproblemen bietet Bakuchiol auf Basis einer kleinen Studie eine gleichwertige Alternative.
Topisches Retinol, eine Form von Vitamin A, die du auf die Haut aufträgst, reduziert nachweislich feine Linien und Falten und verbessert die Hauttextur. Außerdem nimmt die Dicke sowohl der äußeren als auch der tieferen Hautschichten zu. Die meisten Studien wurden an Menschen mit sonnenbeschädigter Haut durchgeführt; für rein altersbedingte Falten ohne Sonnenschäden gibt es bisher weniger Daten.
Retinol ist nicht das stärkste Mittel seiner Klasse. Tretinoin, ebenfalls ein Retinoid, aber verschreibungspflichtig, gilt als klinischer Goldstandard für die topische Hautverjüngung. Es ist besser erforscht und wirkt kräftiger, geht aber auch mit mehr Nebenwirkungen einher. Retinol ist die schwächere, rezeptfrei erhältliche Alternative, deren bessere Verträglichkeit den Kompromiss rechtfertigt.
Ein bekanntes Problem bei Retinol sind Hautreizungen: Brennen, Schuppung und gelegentlich Hautentzündungen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen. Obwohl Retinol weniger reizend wirkt als Tretinoin und Tazaroten, bringen diese Beschwerden manche Anwender dazu, die Anwendung abzubrechen. Wer die Konzentration langsam steigert, verbessert die Verträglichkeit deutlich.
Wer eine empfindliche Haut hat oder Retinol schlecht verträgt, kann auf Bakuchiol ausweichen. Dieser pflanzliche Wirkstoff greift an ähnlichen Hautmechanismen an wie Retinol. In einer randomisierten, doppelblinden Studie mit 44 Teilnehmern über 12 Wochen reduzierten sowohl Bakuchiol (0,5 %, zweimal täglich) als auch Retinol (0,5 %, einmal täglich) die Faltenoberfläche deutlich, ohne messbaren Unterschied in der Wirksamkeit. Retinol-Anwender litten dabei häufiger unter Schuppung und Brennen. Vereinzelt trat unter Bakuchiol eine Kontaktdermatitis auf.
Alle Aussagen basieren auf den PMIDs 38002296, 18046911, 37903073, 39108105, 29947134 und 36176207. Die Bakuchiol-vs.-Retinol-Studie umfasste lediglich 44 Teilnehmer und lief über 12 Wochen, was die Übertragbarkeit der Ergebnisse einschränkt. Metaanalysen wurden nicht direkt als Quellen herangezogen. Die Evidenz für Tretinoin ist am stärksten, für Retinol und Bakuchiol mäßig.