Hilft Vitamin C wirklich gegen Erkältungen?
Für die meisten Menschen verhindert Vitamin C eine Erkältung nicht. Wer täglich ein Gramm oder mehr einnimmt, ist aber immerhin etwas schneller wieder gesund. Den größten Nutzen haben Ausdauer- und Intensivsportler.
Wer täglich eine Vitamin-C-Pille schluckt, beugt Erkältungen damit nicht vor. 29 klinische Studien mit über 10.000 Teilnehmern zeigen: Die Wahrscheinlichkeit, sich zu erkälten, bleibt nahezu gleich. Für gesunde Erwachsene mit ausgewogener Ernährung bringt zusätzliche Supplementierung keinen messbaren Nutzen.
Eine Ausnahme gibt es allerdings: Menschen, die kurzzeitig extreme körperliche Belastungen auf sich nehmen, etwa Marathonläufer, Skifahrer oder Soldaten unter extremen Kältebedingungen. Bei ihnen halbiert regelmäßige Vitamin-C-Einnahme das Erkältungsrisiko tatsächlich. Das ist ein auffallend großer und robuster Effekt. Allerdings umfasst die Datenbasis nur 598 Teilnehmer in 5 Studien, weshalb die Evidenz für diese Gruppe als mäßig einzustufen ist.
Wer Vitamin C täglich einnimmt, ist bei einer Erkältung im Schnitt etwas schneller wieder fit. Bei Erwachsenen verkürzt sich die Erkältungsdauer um rund 8 %, bei Kindern um rund 14 %, was in absoluten Zahlen etwa einem halben Tag entspricht. Kinder, die täglich 1 bis 2 Gramm nehmen, kommen sogar auf 18 % kürzere Krankheitsdauer. Außerdem nehmen die Beschwerden bei einer Tagesdosis ab 1 Gramm im Schnitt um 15 % ab. Bescheiden, aber konsistent.
Nimmt man Vitamin C erst nach Krankheitsbeginn ein, lässt sich bei Dosen von 3 bis 4 Gramm täglich kein einheitlicher Effekt nachweisen. Zwei einzelne Studien deuten darauf hin, dass 6 bis 8 Gramm pro Tag die Erkältung spürbar stärker verkürzen könnten, doch die Datenlage ist zu dünn für eine konkrete Empfehlung.
Bei den untersuchten Dosierungen wurden keine ernsthaften Nebenwirkungen gemeldet. Es spricht daher einiges dafür, Vitamin C individuell auszuprobieren, besonders wenn du intensiv Sport treibst oder niedrige Vitamin-C-Spiegel im Blut hast. Bei älteren Menschen und Diabetikern gibt es begrenzte Hinweise, dass eine Supplementierung die Entzündungsreaktion günstig beeinflussen könnte, doch auch hier bleibt die Evidenz bislang schwach.
Basiert auf mehreren systematischen Reviews und Metaanalysen, darunter die meistzitierte Cochrane-Analyse (PMID 23440782) sowie ein aktuelles Update (PMID 39803741). Der präventive Teil umfasst zehntausende Teilnehmer; der therapeutische Teil ist deutlich kleiner angelegt.