Ist mineralischer Sonnenschutz besser für deine Haut als chemischer?
Mineralischer Sonnenschutz hat ein günstiges Sicherheitsprofil und kann durch getönte Varianten zusätzlichen Schutz bieten, ist aber nicht automatisch für jeden die bessere Wahl. Entscheide dich anhand deines Hauttyps und eventueller Beschwerden, im Zweifelsfall am besten nach Rücksprache mit einer Dermatologin oder einem Dermatologen.
Zinkoxid und Titandioxid, die Wirkstoffe in mineralischen Sonnenschutzmitteln, bieten einen breitbandigen UV-Schutz und gelten in der Fachliteratur als gut verträgliche Option, auch für empfindliche Haut oder für alle, die chemische Filter meiden möchten.
Chemische Filter dringen nachweislich in die lebenden Schichten der Oberhaut ein, wobei Oxybenzon am tiefsten reicht. Die gemessenen Konzentrationen in den Hautzellen liegen aber mindestens fünfmal unterhalb der Schwelle, ab der im Laborversuch Schäden auftreten. Unter normalen Anwendungsbedingungen wurde keine relevante Zellschädigung festgestellt. Umweltbedenken räumt das allerdings nicht aus: Sie sind real und spielen für viele Menschen bei der Produktwahl eine Rolle.
Neuere Forschung zeigt, dass langwelliges UVA-Licht und sichtbares Licht zu Pigmentflecken, Hautrötungen und Hautalterung beitragen. Herkömmliche Sonnenschutzmittel decken diesen Bereich nicht immer ausreichend ab. Getönte mineralische Sonnenschutzmittel mit einem breiten Farbpigment-Spektrum könnten diese Lücke schließen, doch dazu gibt es bisher nur wenige, vorläufige Daten.
Den Zusatznutzen weiterer Inhaltsstoffe wie Antioxidantien und Enzymen zur Reparatur von DNA-Schäden untersuchte eine einzige kleine Studie ohne Kontrollgruppe. Darin berichteten 81 % der Teilnehmenden nach zwölf Wochen von einer Verbesserung sichtbarer Alterungszeichen. Ohne Placebo-Vergleich lassen sich diese Ergebnisse kaum bewerten.
Ein Gremium aus Hautärztinnen und Hautärzten hält fest, dass es keinen universellen Gewinner gibt. Welcher Sonnenschutztyp am besten zu dir passt, hängt von deinem Hauttyp, möglichen Beschwerden wie Pigmentflecken oder Akne sowie deinen persönlichen Vorlieben ab. Offen bleibt die Frage nach Nanopartikeln in mineralischen Formulierungen, die die Fachliteratur bislang nicht eindeutig beantwortet hat.
Basierend auf mehreren Studien (Laboruntersuchungen, einer kleinen offenen klinischen Studie, Expertenkonsens und Literaturübersichten). Große vergleichende randomisierte kontrollierte Studien, die mineralischen und chemischen Sonnenschutz direkt im Head-to-Head-Vergleich auf Hautergebnisse testen, liegen nicht vor.