Ist Retinol nach Microneedling sicher anzuwenden?
Ob Retinol direkt nach dem Microneedling sicher ist, wurde nicht direkt untersucht. Kläre Zeitpunkt und Dosierung mit deiner behandelnden Person, bevor du es anwendest.
Retinol beziehungsweise Retinsäure in speziellen Microneedle-Patches wurde in einer kleinen klinischen Studie vier Wochen lang wöchentlich aufgetragen. Schwerwiegende lokale oder systemische Nebenwirkungen traten dabei nicht auf. Die Blutwerte blieben im Normbereich. Eine Abschuppung der obersten Hautschicht zeigte sich, was bei dieser Art von Behandlung zu erwarten ist.
Topische Vitamin-A-Creme wird zudem als Vorbereitung vor dem Microneedling eingesetzt, nicht danach. In einer Analyse mit 480 Patientinnen und Patienten wurden diese mindestens vier Wochen im Voraus mit Vitamin-A- und Vitamin-C-Cremes behandelt, gefolgt von Microneedling-Sitzungen. Nach einem Jahr berichteten 60 bis 80 Prozent über eine deutliche Verbesserung, und unter dem Mikroskop zeigte sich eine im Schnitt 40 Prozent dickere Haut. Das ist jedoch der gemeinsame Effekt von Vitamin A, Vitamin C und den Nadelsitzungen. Wie viel Vitamin A allein dazu beiträgt, lässt sich aus dieser Studie nicht herauslesen.
Ob Retinol sicher ist, wenn man es nach dem Microneedling aufträgt, haben die vorliegenden Studien nicht direkt untersucht. Die verfügbare Forschung betrachtet entweder die Anwendung vor der Behandlung oder integrierte Patches, bei denen der Wirkstoff über die Nadeln selbst abgegeben wird. Das unterscheidet sich grundlegend davon, eine Retinolcreme auf frisch gereizter Haut aufzutragen. Dazu gibt es bisher nur Tierdaten: In Tierversuchen reduziert Vitamin A über Microneedle-Patches überschießende Narbenbildung.
Wer Retinol nach dem Microneedling verwenden möchte, findet dazu schlicht keine direkten Sicherheitsdaten für dieses Szenario. Die vorhandene Forschung zeigt, dass Vitamin A über ein spezielles Trägersystem ohne schwere Nebenwirkungen mit Microneedling kombiniert werden kann. Ob eine gewöhnliche Retinolcreme auf gereizter, frisch behandelter Haut genauso gut vertragen wird, beantwortet am besten die Person, die die Sitzung durchführt.
Diese Antwort stützt sich auf eine kleine klinische Studie zu Retinsäure in speziellen Patches (wöchentlich, vier Wochen lang), eine große Analyse mit 480 Patientinnen und Patienten, die Vitamin-A- und Vitamin-C-Cremes vor dem Microneedling verwendeten, sowie auf Tierversuche zur Narbenbildung. Das direkte Szenario, also Retinol nach einer regulären Microneedling-Sitzung aufzutragen, wurde in keiner dieser Studien untersucht. Die Evidenzlage ist deshalb schmal und indirekt.