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Zwei Signale bringen Stützzellen der Mausretina dazu, neue Neuronen zu bilden

Redaktion LongevityWatch · 19. September 2026 · 2 min · English

Wenn Netzhautzellen von Säugetieren absterben, sind sie unwiederbringlich verloren – Sehverlust durch Netzhautschäden ist damit kaum umkehrbar. Forschende haben nun herausgefunden, wie zwei kombinierte Signale die Stützzellen der Mausretina dazu bringen können, neue Neuronen zu erzeugen.

Die Netzhaut enthält lichtempfindliche Nervenzellen, die visuelle Informationen an das Gehirn weiterleiten. Gehen diese Zellen beim Menschen durch Krankheit oder Alterung verloren, wachsen sie nicht nach. Bei Fischen wie dem Zebrafisch ist das anders: Dort können stützende Gliazellen – die sogenannten Müller-Gliazellen – sich nach einer Verletzung in neue Nervenzellen umwandeln. Bei Säugetieren fehlt diese Fähigkeit nahezu vollständig.

Forschende berichten in der Zeitschrift eLife, wie sie diese Barriere bei Mäusen teilweise überwunden haben. Die Studie zeigt, dass dafür zwei gleichzeitige Eingriffe nötig sind: die Hemmung des Notch-Signalwegs – eines molekularen Pfades, der Zellen in einem Stützzustand hält – sowie die Erzwingung der Zellteilung. Jeder Eingriff für sich allein zeigte kaum Wirkung. Zusammen veranlassten sie die Müller-Gliazellen zur Teilung und zur Umwandlung in Zelltypen, die bipolaren und amakrinen Neuronen ähneln, zwei Arten von Netzhaut-Nervenzellen.

Vielversprechend, aber noch unvollständig

Die neu gebildeten Zellen überlebten langfristig in der Mausretina – ein ermutigender Befund. Vollständig ausgereift waren sie jedoch nicht. Die Forschenden beschreiben sie als Zelltypen, die Neuronen ähneln, aber noch nicht vollständig funktionieren. Ob sie tatsächlich Licht wahrnehmen und Signale weiterleiten können, wurde in dieser Studie nicht gezeigt.

Für die Longevity-Forschung ist das relevant, weil altersbedingte Augenerkrankungen wie die Makuladegeneration mit dem Verlust von Netzhautzellen einhergehen. Sollte es eines Tages gelingen, diese Zellen zu regenerieren, würde sich neben bestehenden Behandlungen ein neuer Ansatz eröffnen. Das bleibt vorerst spekulativ: Der Schritt von der Maus zum Menschen ist groß, und funktionell intakte Neuronen wiederherzustellen ist eine ganz andere Herausforderung als die Zellteilung allein.

Was diese Forschung beiträgt

Die Kombination aus Notch-Hemmung und erzwungener Zellteilung ist eine neue mechanistische Erkenntnis. Bislang war unklar, warum die Stimulation der Netzhautregeneration bei Säugetieren so schwierig ist. Die Studie identifiziert den Notch-Signalweg als eine Art Bremse, die aktiv gelöst werden muss, bevor Zellteilung und Umwandlung einsetzen können. Das liefert einen konkreteren Ausgangspunkt für weitere Forschungsarbeit.

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