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Lebst du länger, wenn du mediterran isst?

Ja · Starke Evidenz

Das mediterrane Ernährungsmuster hängt in großen Bevölkerungsstudien konsistent mit geringerer Sterblichkeit und weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen; wer das Muster als Ganzes übernimmt, hat die stärkste Evidenzlage auf seiner Seite.

Eine Metaanalyse aus acht großen Bevölkerungsstudien mit über 514.000 Teilnehmern und mehr als 33.000 Todesfällen zeigt: Wer sich konsequenter an das mediterrane Ernährungsmuster hält, hat ein um 9 % geringeres Risiko für Gesamtmortalität. Das Sterberisiko durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegt ebenfalls 9 % niedriger. Über eine Bevölkerung von Millionen Menschen gerechnet ist das ein erheblicher Effekt.

In einer randomisierten Studie an Menschen mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko, der PREDIMED-Studie, führte die mediterrane Ernährung mit zusätzlichem Olivenöl oder Nüssen nach durchschnittlich knapp fünf Jahren zu rund 30 % weniger Herzinfarkten, Schlaganfällen und kardiovaskulären Todesfällen. Die Studie war nicht darauf ausgelegt, die Gesamtsterblichkeit zu messen, und sie wurde vorzeitig abgebrochen. Belastbare Schlussfolgerungen über ein längeres Leben lassen sich allein daraus nicht ziehen.

Eine zusammenfassende Auswertung von 29 Metaanalysen mit mehr als 12,8 Millionen Teilnehmern bestätigt den Zusammenhang zwischen mediterraner Ernährung und geringerer Sterblichkeit sowie weniger schweren chronischen Erkrankungen, darunter Krebs (6 % niedriger) und neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson (13 % niedriger). Da es sich überwiegend um Beobachtungsstudien handelt, belegen die Daten eine Assoziation, keine bewiesene Ursache-Wirkungs-Beziehung.

Einzelne Bestandteile des Ernährungsmusters wie Olivenöl, Gemüse oder Fisch für sich allein zeigten keine statistisch bedeutsame Senkung der Sterblichkeit. Entscheidend scheint das Gesamtmuster zu sein, nicht ein einzelnes Lebensmittel.

Der überwiegende Teil dieser Evidenz stammt aus Beobachtungsstudien, in denen Menschen über viele Jahre begleitet wurden. Wer sich eng an das mediterrane Ernährungsmuster hält, pflegt möglicherweise auch andere gesundheitsförderliche Gewohnheiten. Dass die Ernährung selbst ursächlich für ein längeres Leben ist, gilt als plausibel, lässt sich aber auf Basis der vorliegenden Daten nicht abschließend beweisen.

Die Belege
6 Studien · 1 Meta-Analyse · 1 randomisierte Studie · ≈ 13.300.000 Teilnehmer

Basiert auf mehreren großen Metaanalysen (bis zu 12,8 Millionen Teilnehmer), einer randomisierten Studie (PREDIMED) und zusammenfassenden Auswertungen. Überwiegend Beobachtungsdesign; PREDIMED liefert den stärksten Hinweis auf Kausalität, maß jedoch keine Gesamtsterblichkeit.

Zuletzt geprüft: September 2026 · wie das beurteilt wurde
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